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    <title>Bei Chez Buster</title>
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    <title>Bei Chez Buster</title>
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    <title>Ssssiebzg Prozent  bei Loch 12</title>
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    <description>Mit dem Joschka Fischer hab ich in der Batschkap oft rumgehangen, damals, und wir beiden hätten uns ja früher an der Startbahn West begegnen können sagt er nach mehreren demonstrativ meditativ in sich gekehrten Übungsschlägen. Dann macht er einen Schritt nach vorne, ein Schwung wie aus dem Lehrbuch, der Ball fliegt gute 200 Meter und kommt exakt in der Mitte des Fairways bei der roten Entfernungsmarkierung zu liegen. Franz, sehr karierte Hose, sehr karierter Pullunder und mit 12er Handicap, leitet die Personalabteilung der Bank, streichelt nun liebevoll über seinen 600 Euro-Driver bevor er ihn zärtlich in eine sehr ridiküle Schutzsocke mit Haiaufdruck verpackt und für meinen Geschmack übertrieben vorsichtig in den nicht minder ridikülen elektrisch angetriebenen Golfbag verstaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz verbindlich nun wieder bei der Gruppe nimmt er jetzt Augenkontakt auf, und ich spüre sein synthetisches Interesse und die Nachwirkung zahlreicher Vertriebsschulungen beinahe körperlich. Während ich zwischen meinen vier Leihschlägern zu suchen vorgebe, bemühe ich mich möglichst doppeldeutig zurückzugrinsen. Schließlich angle ich das siebener Eisen  wenn es gut geht reicht das für rund 100 Meter. Ja in der Tat antworte ich den Ball bei gelb aufteeend, da hätten wir uns auch treffen können und betone etwas unzulässig lang das auch. Mike ruft von hinten: Siebzig Prozent san mental, woast scho!. Ein englischer Pro, Mittdreißiger und metrosexuell stylisch, aber er spricht wie der reinkarnierte Hans Moser, weil er vor zwei Jahren im Innviertel etwas gelernt hat, was er für Deutsch hält und sein After Shave riecht penetrant nach Tigerpisse  er wird am Freitag mit &lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/stories/4998368/&quot;&gt;dem Vorstand&lt;/a&gt; das ProAm-Turnier bestreiten und uns bis dahin halbtags zur Verfügung stehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/celticplatzn.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;78&quot; alt=&quot;celticplatzn&quot; width=&quot;100&quot; align=&quot;right&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/Buster/images/celticplatzn.jpg&apos;,500,389);return false;&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/celticplatzn_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Olright Mike, I woas des scho sage ich überaus eilfertig und ganz gelehriger Schüler zu Mike, fummle ebenso unkonzentriert wie unmental mit dem Schläger herum und befördere beim natürlich überhasteten Übungsschlag ein faustgroßes Stück Divot aus dem Abschlag, das mit dumpfem Ton nach ein paar Metern theatralisch aufploppt. Ich kann mir die hämischen Blicke der beiden Mitgolfer wirklich gut genug vorstellen und vermeide es tunlichst, mich umzudrehen. Ein Schritt nach vorne auf meinen Ball zu, Position aufbauen, und es gelingt mir ein überraschend guter und sogar halbwegs gerader Schlag bis zum Blau. Ich drehe mich mit wohl etwas zu aufgesetzt gelangweiltem Gesichtsausdruck zu beiden um, nehme meine Tasche und es geht auch schon weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Führungswerkstatt war die Veranstaltung angekündigt. Die Herren und die Dame würden unter meiner fachkundigen Moderation, so das telefonische Vorgespräch, eine Woche lang in kreativitätsfördernder Österreichischen Landidylle ein neues - natürlich effektiveres und effizienteres - System der Mitarbeiterführung entwickeln nebst fundierten Grundsätzen versteht sich, die jede Führungskraft ihren Mitarbeitern tagtäglich vorleben kann und wird. Ich habe wirklich nur kurz gestaunt, dass es heutzutage noch solche Aufträge gibt, aber ich bin jung und &lt;strike&gt;brauche das Geld&lt;/strike&gt; bin käuflich. Schon nach einer Stunde Moderation war sehr klar, dass es mehr darum geht, dass alle, Stab, Human Ressources und Finanzen, möglichst unversehrt und ohne dass größere gegenseitige Beleidigungen ausgesprochen wurden nach dieser Woche noch zusammen arbeiten können. Die notwendigen Ergebnisse würden wir keinesfalls in dieser Gruppe erzielen können, die nicht in Ansätzen in der Lage war zusammen zu arbeiten, effektiv oder effizient sowieso nicht. Nach drei Stunden kam der Vorschlag doch eine Runde Golf zu spielen, das würde doch den Teamgeist der Runde enorm fördern. Nun gibt es fraglos wenig Sportarten die noch ungeeigneter wären, den Teamgeist zu fördern aber das war mir schon egal, die aufgebotenen Mittel zu meiner Bestechung waren mehr als verlockend und so beschloss ich das angeforderte Konzept selbst auszuarbeiten und im Laufe der Woche mit allen so abzustimmen, dass alle der Meinung wären, es wäre ihres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/celticaltar.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;84&quot; alt=&quot;celticaltar&quot; width=&quot;100&quot; align=&quot;left&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/Buster/images/celticaltar.jpg&apos;,500,421);return false;&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/celticaltar_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt; Vor uns erscheint ein öbszön-monströser Steinstapel. Der Designer des Platzes hat auf Loch 12, einem nach links verlaufenden Par 4 Dogleg, etwas aufgeschichtet, was er den keltischen Altar nennt. Dieser, so die Sonderplatzregel 4, stellt ein unbewegliches Hemmnis gemäß Regel 24-2 dar. Mein zweiter Schlag ist dermaßen unkontrolliert, dass der Ball den obersten Stein des &lt;strike&gt;Altars&lt;/strike&gt; unbeweglichen Hemmnisses trifft und aufs Grün abtropft, der Ball  früher sollen die innen der besseren Flugeigenschaften wegen mit Honig gefüllt gewesen sein  trudelt wie nach dem Genuss von ein paar Veltliner in Richtung der Fahne und bleibt keine Schlägerlänge vor ihr liegen. Eine Entfernung die für Tiger Woods ebenso wie mich eine 100% sein müssen, im Gesicht von Franz zeíchnet sich kurzfristig die Grimasse der Vorahnung einer schmählichen Niederlage am schwierigsten Loch des Platzes ab. Aus der Hundertprozentigen Chance habe ich dann wegen offensichtlich mentaler Defekte aber doch eine Zweihundertprozentige gemacht und der karierte Golfer hatte sein Gesicht gewahrt  was ihm höchstwahrscheinlich später mächtig geholfen hat, mein Konzept als seines zu adoptieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Klubhaus kommt dann  grad so als ob noch nicht genug passiert wäre und ein mitleidig-unsichtbarer Regisseur noch eine zusätzliche Attraktion ins All-Inclusive-Programm einbauen wollte  das Celtic-Klub-Ehrenmitglied, der ewige Skifranzl Klammer auf den Mike zu und setzt grade an Ssssiebzg Prozent  da fallen wir ihm schon ins Wort san mental, woast scho! und er grinst sein breitestes Abfahrtshockeolympiasiegergrinsen. Und während ich noch, wie sich später herausstellen wird, allzu vorschnell, denke, dass ich Grobmotoriker hier noch ordentlich mein Handicap verbessern werde statt zu moderieren, weiß Mike gleich noch einen überaus wichtigen mentalen Tipp, den ich zum besseren Verständnis der vieltausendköpfigen Leserschaft der Einfachheit halber aus dem HansMoserDeutsch übersetze: Golf ist keine Frage von Leben und Tod - Golf ist wichtiger. Und da haben selbst der sehr karierte Franz und ich einmal in sonderbar einmütigem Gleichklang aufgestöhnt in banger Vorahnung dessen, was da noch alles kommen könnte  und es kam  aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 BusterG</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-25T05:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5081807/">
    <title>Wer hat gesagt dass gelb nicht schön ist</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5081807/</link>
    <description>Christoph Rütimann, 1955 in Zürich geboren, zweifellos einer der wichtigsten Schweizer Gegenwartskünstler und wohl der vielseitigste unter ihnen. Ob Performance, Klang-, Text- und Videoarbeiten, Zeichnung, Malerei oder Skulptur. Er thematisiert Linie, Farbe, Objekt, Schrift, Bewegung; setzt Grenzen, zeigt Zufälligkeit wie Exaktheit. Die &lt;a href=&quot;http://www.art-tv.ch/1203-0-kunstmuseum-sg-l-christoph-ruetimann.html&quot;&gt;vielschichtige Werkschau&lt;/a&gt; wird nach dem Kunstmuseum St.Gallen noch bis Ende August im &lt;a href=&quot;http://kunstmuseum.bonn.de/ausstellungen/aktuellindex.htm&quot;&gt;Kunstmuseum Bonn&lt;/a&gt; gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0074n.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;74&quot; alt=&quot;IMG_0074n&quot; width=&quot;100&quot; align=&quot;left&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0074n.jpg&apos;,500,372);return false;&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0074n_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt; [C. Rütimann: Musik-Performance in Sempach, 1986]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ihn erstmals 1986 im Rahmen einer Musik-Performance in Sempach erlebt. Ruhig, unaufgeregt agierte er da vor überraschend wenigen Anwesenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0078n.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;44&quot; alt=&quot;IMG_0078n&quot; width=&quot;100&quot; align=&quot;left&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0078n.jpg&apos;,500,221);return false;&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0078n_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt; [C. Rütimann: Der grosse Schlaf, 1995 (Ausschnitt)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechs Jahre später sah ich ihn wieder bei seiner Performance Der grosse Schlaf in Pfäffikon in einem Einkaufszentrum. Rütimann bestellte eine Lastwagenladung mit Aktionsprodukten der kommenden Woche. Aus Büchsenravioli, Dosenmilch, Waschmittel, Toilettenpapier und Eisteepackungen baute er eine farbenprächtige Kulisse auf und legte sich mehrere Stunden darin schlafen während tütenbepackte Eidgenossen kopfschüttelnd an ihm vorbei defilierten. Andere diskutierten ob hier Konsummüdigkeit thematisiert werden sollte, Rütimann lag scheinbar entrückt da. Er hat sich immer gegen schnelle Festlegung und für Vieldeutigkeit und Offenheit ausgesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;332&quot; alt=&quot;IMG_0076n&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0076n.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[C. Rütimann: Chi ha detto che il giallo non è bello 1983, 35 Fotografien]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Chi ha detto che il giallo non è bello wirft Rütimann eine Kamera mit Selbstauslöser hoch. Die erfasst zufällig gelbe Rapsblüten, Himmelblau, braunen Boden und grünen Wald - Fotografie als Genese der Malerei.</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/saumselig&quot;&gt;saumselig&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5078390/">
    <title>Mach mal mehr Licht</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;389&quot; alt=&quot;080706_36&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/080706_36.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heilige Lichtstrahl, dem ich standhielt, hätte mit seiner Schärfe, glaub ich, mich zerstört, hätt&apos; ich die Augen von ihm abgewandt. Und ich erinnre mich, wie umso kühner ich dann das Licht ertrug, bis endlich sich mein Schauen dem Unendlichen verband.&lt;br /&gt;
[Dante Alighieri: Die göttliche Komödie]</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/saumselig&quot;&gt;saumselig&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  </item>
  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5077607/">
    <title>Komm mach mal Licht</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5077607/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;426&quot; alt=&quot;080706_40n&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/080706_40n.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Komm mach mal Licht&lt;br /&gt;
damit wir sehen können&lt;br /&gt;
ob was da is.&lt;br /&gt;
[Kurt Weil]</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/somnambul&quot;&gt;somnambul&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5069707/">
    <title>Blaue Schmonzette am Inn</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5069707/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;322&quot; alt=&quot;inn1&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/inn1.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schön ist umher die Natur&lt;br /&gt;
Im kühlen, gemilderten Lichte,&lt;br /&gt;
Das schweigend über mir hängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[M. Denis: Abschied von der sichtbaren Welt]&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.zeno.org/Literatur/M/Denis,+Michael&quot;&gt;Gedichte&lt;/a&gt; bei zeno</description>
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  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5040069/">
    <title>Long Day&apos;s Journey Into Night (Balkon I)</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;444&quot; alt=&quot;IMG_0012n&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0012n.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich höre ja auf mit dem Saufen. Aber nicht heute Abend.&lt;br /&gt;
[Eugene ONeill: Eines langen Tages Reise in die Nacht, 1956]</description>
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    <title>Testbild</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;IMG_0005&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0005.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nachtrag:&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;299&quot; alt=&quot;IMG_0008&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_0008.jpg&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/kregel&quot;&gt;kregel&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5036267/">
    <title>Käfig</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5036267/</link>
    <description>Ein Käfig ging einen Vogel suchen.&lt;br /&gt;
[Franz Kafka: Paralipomena, 16]</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/lobesam&quot;&gt;lobesam&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5030120/">
    <title>Niveaufrage</title>
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    <description>Wir waren nicht ganz auf diesem Niveau sagt der Löw hinterher etwas zu angespannt als ich mit einer Gulliverschen Anmutung feststelle, dass ich alle Anwesende um eineinhalbfache Kopfgröße überrage. Ohne die ridiküle rotgelbrote Kappe auf meinem Kopf, wohlgemerkt. Die schiere Größe des Nordmenschen zeigt, dass zwischen dem rotgelbroten Fahnenmeer ein Nachkomme der Wikinger steht  wie unerschrocken sei hier einmal vorsorglich dahingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war nur kurz in einem Biergarten der schwarzrotgoldener gar nicht hätte stöhnen können als die dreiunddreißigste Spielminute angebrochen war. Dies schien mir der rechte Moment zu sein nunmehr spanische Verhältnisse anzustreben war ich doch sowieso grenzenlos überzeugt, dass diese vom Gewinn gar nicht mehr abzubringen seien. So kam es, dass ich kurz darauf einen kleinen, sehr überfüllt-verrauchten Schankraum in einem Hinterhof betrat aus dem zwischen all den Fahnen frenetische eviva espagna-Gesänge von Vertretern allerlei Geschlechts angestimmt wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In meiner elterlichen Wohnung hing lange Zeit eine Spanierin über der senfgelben Ledercouch, die mein Vater stets und mir unerklärlich nur Dolores nannte. Irgendetwas womöglich Anrüchiges mag hier vorgefallen sein zwischen meinen Eltern auf einem ihrer zahllosen Spanienurlaube bevor sie auch nur daran dachten mich zu zeugen. Jedenfalls hatte Dolores wallend-lange, lockig schwarze Haare, herausfordernd schwarze Augen, in den sonnengebräunten erhobenen Händen hielt sie die obligatorischen Kastagnetten, an der sehr weißen, frisch gestärkten Rüschen-Bluse war für den Geschmack der sechziger Jahre ein Knopf zu viel geöffnet und ein verheißungsvoll-feurig roter Rock komplettierte die erotisch aufgeladene Exotik der Szene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum in der Hinterhofkneipe angekommen wurde ich auch schon ebenso freudig begrüßt wie getröstet. Eine Mütze wurde eilig herbeigeschafft, die eine gewisse Ähnlichkeit aufwies mit der des ewig trommelnden Manolos nur dass diese in den spanischen Landesfarben gehalten war. Eine Frau, die sich als Rosalia vorstellte, wickelt mir mehrfach und überaus sorgfältig einen Fanschal um den Hals grade so als gelte es zu verhindern, dass ich die falschen Schlachtrufe skandiere was schon allein wegen der Tatsache, dass ich außer Olé, Olé Olé gar keine kenne, sehr überflüssig war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jimenez, ein zur Glatze neigender stark untersetzter Herr mittleren Alters drückte mir zur Begrüßung ein Glas Rotwein in die Hand: Das sei, schreit er mir kraftvoll ins Ohr, ein Rioja aus seinem Heimatdorf. Hier lässt es sich trefflich feiern denke ich den Fanschal lockernd und mache mich auf drei weitere Rote zu holen. Im Raum, der keine vierzig Quadratmeter groß ist, stehen und sitzen an die fünfzig Fans, laut gestikulierend und Fahnenschwingend. Warum ist Torres eigentlich dermaßen blond? Zur Stärkung und weil es der Wahrheitsfindung dienen könnte, trinke ich an der Theke noch einen doppelten Brandy bevor ich mich mit den Gläsern zurückbegebe - schon etwas angetrunken wie ich erstaunt feststelle was zweifellos der freundlich emotionalen Atmosphäre geschuldet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Gläser später  Jimenez und ich wechselten uns tapfer ab bei unseren Thekengängen die zunehmend unsicherer werden  bemerke ich erstaunt, dass Rosalia eine sehr weiße, frisch gestärkte, Rüschen-Bluse trägt, die mir vorher gar nicht aufgefallen ist. Wir trinken darauf einen doppelten Brandy. Der Gomez hat einen spanischen Vater? Als ich mit allerlei Gläsern von der Theke komme sehe ich Rosalias feurig roten Rock. Hatte die vorher nicht eine schwarze Hose an? Warum liegt denn jetzt der Ballack da rum, sollte der nicht spielen? Jimenez und ich stützen uns etwas, der Raum wogt freudig erregt. Moral und Willensstärke hätten sie doch die Deutschen wird mir ins Ohr gemurmelt von Dolores. Hieß die nicht früher einmal anders? Klinsmann scheint unzufrieden mit dem Verlauf. Noch ein Glas könne man allemal trinken ermutigt mich Jimenez und die schwarzäugige Dolores pflichtet - während Jimenez einen Famenco-Tänzer imitierend schon Richtung Theke torkelt - bei, dass so ein Tag ja gewiss so schnell nicht wiederkehren würde und legt mir ihre braungebrannten Hände um meine schwankende Hüfte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abpfiff, eine wimpernschlaglange Stille, dann ein infernalisches Aufheulen und kehliges Gröhlen. Ich ertappe mich dabei wie ich Olé, Olé Olé brüllend versuche Dolores auf meine Schultern zu heben. Die Raumhöhe aber auch der Grad meiner Alkoholisierung sind überzeugende Argumente dagegen. Ermattet sinke ich auf eine senfgelbe Ledercouch, stand die schon immer hier? Der Raum dreht sich, nein scheint zu schunkeln, wallend-lange, lockig schwarze Haare von Dolores schmiegen sich an meine Brust. Willensstärke. Jimenez bringt mir lachend ein Glas Wein, Jimenez schunkelt, nein der Raum, er schwingt nach vorne und zurück. Die Merkel gratuliert dem König. Der Raum schwingt, ich bewege mich nicht, die Kastagnetten gleiten zu Boden, der Raum schwingt, immer weiter, immer weiter. Olé, Olé Olé. Ob ich meinen Vater die Tage mal nach seiner Dolores frage?</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/kolportieren&quot;&gt;kolportieren&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 BusterG</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-30T19:19:00Z</dc:date>
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    <title>Zwischen Fall und Flug</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5026529/</link>
    <description>Du Runder, der das Warme aus zwei Händen &lt;br /&gt;
im Fliegen, oben, fortgiebt, sorglos wie &lt;br /&gt;
sein Eigenes; was in den Gegenständen &lt;br /&gt;
nicht bleiben kann, zu unbeschwert für sie, &lt;br /&gt;
zu wenig Ding und doch noch Ding genug, &lt;br /&gt;
um nicht aus allem draußen Aufgereihten &lt;br /&gt;
unsichtbar plötzlich in uns einzugleiten: &lt;br /&gt;
das glitt in dich, du zwischen Fall und Flug &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch Unentschlossener: der, wenn er steigt, &lt;br /&gt;
als hätte er ihn mit hinaufgehoben, &lt;br /&gt;
den Wurf entführt und freilässt -, und sich neigt &lt;br /&gt;
und einhält und den Spielenden von oben &lt;br /&gt;
auf einmal eine neue Stelle zeigt, &lt;br /&gt;
sie ordnend wie zu einer Tanzfigur, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um dann, erwartet und erwünscht von allen, &lt;br /&gt;
rasch, einfach, kunstlos, ganz Natur, &lt;br /&gt;
dem Becher hoher Hände zuzufallen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Rainer und Maria Rilke: Der Ball. &lt;br /&gt;
In: Der neuen Gedichte anderer Teil, 1908]</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/l%C3%B6cken&quot;&gt;löcken&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-06-29T07:47:00Z</dc:date>
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    <title>Kleines Silberauto in der Arschbar</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5020577/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;434&quot; alt=&quot;IMG_7704n2&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_7704n2.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Atelier van Lieshout: BarRectum. 800x800x250 cm, Fiberglas, Holz, 2005 vor dem &lt;a href=&quot;http://www.museum-folkwang.de/de/information/ausstellungen/aktuell/atelier-van-lieshout.html&quot;&gt;Folkwang&lt;/a&gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;358&quot; alt=&quot;IMG_7703n&quot; width=&quot;500&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Buster/images/IMG_7703n.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Nachtrag: &lt;b&gt;Arschbar&lt;/b&gt; hinterrücks weichgezeichnet vor Folkwang]</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/kregel&quot;&gt;kregel&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-06-27T05:45:00Z</dc:date>
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    <title>Sind wir bereit?</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5016760/</link>
    <description>Zweinhalb Millionen mehr als fragwürdig integrierte Türken leben mitten unter uns, fanatisch rote Fahnen mit dem Halbmond schwenkend. Wie kann das angehen heute mit der Völkerverständigung? Wir sind Exportweltmeister, Fußballweltmeister der Herzen, stellen die schnelle Eingreiftruppe am Hindukusch und sind sogar Papst, aber sind wir wirklich bereit in  zwei Spielen Europameister zu werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grade mal vier von zehn Befragten gaben gegenüber Bei Chez Buster an die Tage an einem ausgedehnten und regulären Autokorso teilgenommen zu haben: Lediglich 25 Prozent können ohne Probleme einen Sixpack an der Tanke um die Ecke einsacken und über 40 Prozent aller Fahrzeuge in meiner Wohngegend sind nicht ausreichend beflaggt. Von der Nationalhymne kennen viele eingefleischte Fans grade mal die erste Strophe auswendig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frage nicht, deutsche Schwermut, was Deine Mannschaft für Dich tun kann, frage Dich was Du für die getreuen Ballack, Lehmann und Löw tun kannst! Wird es reichen sich in den nächsten Stunden Nußnougatcreme eimerweise oder Kisten von Eifeler Pils einzuverleiben? Hilft uns Volksgemeinschaft am Ende gar schneller Sex, jetzt wo die Partnerinnen der Fußballhelden ausgesperrt sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen über Fragen, eine Antwort weiß nicht einmal Günter Netzer </description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/somnambul&quot;&gt;somnambul&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 BusterG</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-25T05:33:00Z</dc:date>
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    <title>Wir haben Fieber</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5013007/</link>
    <description>Wir haben Fieber scheppert es aus einem unter der Decke befestigten Flachbildschirm um die mutmaßlich vierundzwanzigste Nachlese des gestrigen Fußballabends einzuläuten. König Juan Carlos war in der Kabine höre ich grade noch die Topmeldung als Giovanni, mein italienischer Wirt, missmutig abschaltet während er recht Unverständliches in scharfem sizilianischen Dialekt vor sich hin grummelt, grade so als gelte es kleinen Kindern ordentlich einen Schrecken einzujagen. Luca Toni habe sich doch immerhin bemüht versuche ich ihn etwas aufzumuntern aber Giovanni schnaubt nur verächtlich. Nicht dass ich von dem sogenannten Spiel etwas gesehen hätte, aber sämtliche Medien scheinen ja nur noch ein Thema zu kennen ohne dass man ihnen entkommen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Italienischer Fußball heißt dramatisch Hinfallen und dabei laute Schmerzschreie von sich geben sobald sich ein Gegner auf Armlänge nähert, der Rest ist kontrollierte Defensive bis die gegnerische Mannschaft aus schierer Verzweiflung ein Eigentor schießt. Offen gesagt weiß ich gar nicht, ob überhaupt noch jemand hinsieht, wenn die italienische Mannschaft den Rasen betritt. Die einen spielen, bis sie gewinnen, die Italiener gewinnen, ohne zu spielen. Bis auf gestern eben. Aber so brilliant wie deutlich sollte ich das Giovanni heute besser nicht sagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um sein Karma ist es jedenfalls denkbar schlecht bestellt als er breitbeinig vor mir protestiert dass die ganze Nacht vor seinem Haus ein lärmender Autokorso abgehalten wurde und ich als Antwort auch noch albern einen Kaffee Olé&quot; ordere und mir anzüglich beidhändig Stierhörner aufsetze. Jetzt sagt er als den Milchkaffee gespielt barsch auf den Tisch stellt während er mich mit seinem roten Geschirrtuch etwas neckt habe ich fertig mit der Eh-eM. Und dann reden wir noch - ganz so als wären wir zwei Erwachsene  ein wenig darüber, wann er wieder nach Sizilien fährt und diesen leckeren Nero dAvola mitbringt ohne den man sich seine Linguini mit Steinpilzen gar nicht vorstellen mag.</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/stupend&quot;&gt;stupend&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-06-23T12:06:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5007502/">
    <title>Trommeln für Tanzbären (Sprach-Diskurse, fortfolgend)</title>
    <link>http://buster.twoday.net/stories/5007502/</link>
    <description>&quot;Das sind Gefühle die wo du überhaupt gar nicht drüber reden kannst.&quot;&lt;br /&gt;
[Ahmed, mein türkischer Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt heute]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Die Wahrheit jedoch ist, dass die übervolle Seele sich bisweilen in eine völlig leere Sprache ergießt, denn niemand von uns kann jemals das wirkliche Ausmaß seiner Wünsche, seiner Gedanken oder seiner Leiden ausdrücken; und die menschliche Sprache gleicht einem zersprungenen Kessel, auf den wir krude Rhythmen wie für Tanzbären trommeln, während wir uns danach sehnen, eine Musik zu machen, bei der die Sterne schmelzen.&quot;&lt;br /&gt;
[Gustave Flaubert: Die Versuchung des St. Antonius]</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://buster.twoday.net/topics/kolportieren&quot;&gt;kolportieren&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-06-21T07:30:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://buster.twoday.net/stories/5005789/">
    <title>Die Fahne</title>
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    <description>Müder Nachtregen trommelt einfältig seit Stunden ans geduldige Erkerfenster. Die mottenumschwirrte Lampe über dem roten Ledersessel gibt dazu den allzeit sternlosen Lesehimmel als plötzlich, zunächst entfernt und sehr regenverschwommen, ein Lichtschwert an der Hausmauer des Nachbarn auflodert, getragen von einer kapuzenbewerten gekrümmten Kreatur die sich entschlossen und mit schnellem Schritt dem Auto des Nachbarn nähert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unverständlich im düster aufbrausenden Regen wehen barsche Töne offensichtlichen Missfallens durch die mitternächtlichen Häuserschluchten, der kaltblaue Lichtkegel, eine Taschenlampe, stößt verbissen in so wolkenverhangene wie ungnädige Himmel. Angelangt am hochmotorisierten Fortbewegungsmittel vor der Garage wird die Leuchte recht burschikos auf dem kinnhohen, regenglatten Dach abgelegt und die Kapuze greift, nunmehr frontal beleuchet, an eine weißen Plastikstange die an der Seite aus dem geschlossenen Fenster aufragt. Am oberen Ende der weißen Stange an der zwischenzeitlich ungeduldig gerüttelt wird, findet sich ein schwarzrotgoldenes Stoffstück kraftlos hängend, regendurchtränkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geh ab du Scheißdreck, eine gepresste Tenorstimme ist nun deutlich zu hören von der halbdunklen Gestalt die zunehmend unruhig das Gewicht von einem auf das andere Standbein verlagert, und dabei an das Lauern der Sumoringer erinnert kurz vor dem Angriff. Dabei rutscht die schon nasse Kapuze nach hinten weg, der Regen hebt weiter an, ganz ungerührt. Es ist der Nachbar. Er rüttelt ungeduldiger an seinem silberfarbenen Mercedes, ganz so als gelte es diesen zur kopflosen Flucht vorzubereiten. Der weiße Stab biegt sich unter lauterstarker stimmlicher Untermalung des zunehmend ungeduldig werdenden - aber bricht nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Scheißvieh stöhnt es kehlig von unten und jetzt greift er einer wirren Eingebung folgend nach dem Stoff am Fahnenende und zieht ganz verzweifelt daran bis ein hässliches Reißen von ersten Erfolgen des nächtlichen Kämpfers kündet. Ein nur schwach unterdrückter Jubelschrei ist deutlich zu hören, ein Fetzen regennasser Stoff siegessicher wie einen mächtigen Pokal hochreckend. Ich habe mir vorausschauend zwischenzeitlich auf dem Balkon eine ebenso trockene wie bequeme Loge gesichert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taumelnd und vom Erfolg des halbgerissenen triefenden Stofftuchs angefeuert stürzt sich der Nachbar, der ganz offensichtlich in einen dunkelblauen Bademantel eines bekannten deutschen Sportausrüsters gekleidet ist, erneut auf die zum dunkeln Himmel aufragende Standarte an der nur noch ein Stofffetzen flackert und versucht diese mit ganzem Körpereinsatz abzubrechen. Das spröde gewordene Plastik beginnt dabei unvermutet zu splittern und bohrt sich tief in den rechten Daumenballen des ziellos Wütenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut mischt sich mit klebrigen Blütenstaub den der Regen noch nicht abgewaschen hat, ein wildes Aufheulen durchzuckt die regengepeitschte Nacht; du Sau, ich mach dich kalt klingt es fast weinerlich verzweifelt und ich muss mich schon sehr nach vorne recken um den am Boden kauernden Verletzten hinreichend sehen zu können. In einer ungestümen, der aufkeimenden Verzweiflung geschuldeten, weiteren Angriffswelle umklammert er fest entschlossen mit beiden Händen die halbgesplitterte blutverschmierte Stange, gleitet unvermittelt ab und diese peitscht mit Wucht über seine rechte Wange. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst ich empfinde zunehmend Unbehagen meinen - zugegeben sehr ungeliebten - Nachbarn in solch unsinniger Rasereien verenden zu sehen und denke erstmals über einen spektakulären Rettungsversuch nach als ein ungeduldig harter Windstoß mich  aufschrecken lässt, ich wache gedankenverloren auf während das Buch vom schläfrigen Knie gleitet. Aus nachtmüden Augen sehe ich giftig-laut hupende Konvois am Erkerfenster schwarzrotgolden vorbeiziehen, das Auto des Nachbarn beidseitig in unruhigen Böen trotzig regennass flatternde Fahnen  was tun?</description>
    <dc:creator>BusterG</dc:creator>
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