ridikül

Freitag, 1. Juni 2007

Gib mir Tiernamen

Das Geburtstagskind verriet ja die Tage der für ihre stilsichere Kulturkritik bekannten Zeitschrift mit den dicken Dingern Buchstaben vornedrauf „ihr letztes grosses Geheimnis“ [20min] das auf die tumben Namen Hans und Franz hinausläuft. Wer da auch mitziehen will, sollte unbedingt die Ergebnisse der Kuhzählung des norwegischen Bauernverbandes kennen, in der die zehn beliebtesten Kuhnamen und ihre Rangfolge statistisch korrekt erhoben wurden:

1. Dagros (Tagrose)
2. Rosa
3. Litago (ein Lautname, Bauern nu wieder)
4. Stjerne (Stern)
5. Rolin (Rötchen)
6. Staslin (Schönchen)
7. Dokka (Puppe)
8. Kvarta (die Vierte, eher ungeeignet)
9. Roslin (Röschen) und last but least
10. Krona (die Krone).

Dienstag, 8. Mai 2007

Alles Klar Horst

Horst „Notfalls“ K. - Die Presseschau

Die CDU nimmt mit Respekt zur Kenntnis
und begrüßt es (der Pofalla mal wieder)
dass Horst „Notfalls“ K.
In aussichtsloser Lage (Berliner Zeitung)
Solchen Zumutungen ausgesetzt (General-Anzeiger)
Zum Handlanger gestempelt (Leipziger Volkszeitung)
Die Debatte um Klar beendend (Münchner Merkur)
Gnadenlos souverän entscheidet (der Heil, Hubertus)
War es eine vertane Chance (Claudia R.) oder
Eine kluge und weise Entscheidung
gegen einen Serienmörder (Guido „grottenpeinlich“ W.)

Einsam links antäuschen und rechts durchziehen
wieder wählbar geworden
für den Hypotheken-General Markus S. der
Ausdruck unsäglicher Dummheit ist (sagt der Mahrenholz)
Beckstein, Goll und Stoiber fandens auch klasse.
Merkel rät jenen aber auch,
nicht zu sehr zu triumphieren.

Offen will ich sein und notfalls unbequem (Horst „Notfalls“ K. daselbst)
sagt der Sohn bessarabiendeutscher Bauern, geboren
als siebtes von acht Kindern in Polen
im vorletzten Kriegsjahr
Aber es wollten ja alle Härte zeigen, Rächen dürfen
Das ist die „kulturelle Sicherheit durch Leitkultur“ (Grundsatzprogramm der CDU)
Unbequem eben nur Notfalls.

Freitag, 16. Februar 2007

Karma im Pyjama

„Die traurigen Geschäfte; und man beneidet uns noch!“
[G. E. Lessing: Emilia Galotti, 1772]

Der Psychologe Wolfgang Oelsner beschwerte sich die Tage im Zentralorgan für gefühlte emotionale Intelligenz, dass Gebildete einen Bogen um die fünfte Jahreszeit machen: „Der Karneval leidet darunter, dass er in dieser Gruppe nicht gesehen wird“ [taz vom 12.2.2007, S. 2]. Zwar gebe es im Karneval auch „billiges Trallala“, aber es würden ebenso „intelligenter Humor und glänzende Büttenreden“ geboten.

Der „Kölner Experte“ muss es ja wissen, schließlich ist er Autor des Werks „Fest der Sehnsüchte - Warum Menschen Karneval brauchen“ und wird vom jecken Kölner Marzellen Verlag schon mal als „Karnevalsphilosoph“ bezeichnet. Gilt denn hierfür nun das alte Sprichwort „Was Narren loben, das ist getadelt“ oder „Gelehrte Narren sind die schlimmsten“?

„Wat jeit et uns dann joot,
jo su unwahrscheinlich joot,
mir han bes Äschermettwoch,
och met Sorje nix am Hoot!

La la la la la la
La la la la la la
La la la la la la
La la la la la la la.”
[Räuber: Sulang die Botz noch hält]

Montag, 5. Februar 2007

Endlich



[Buster: Gar nicht mal soo schlecht, 2007]

„Dada ist das Leben ohne Pantoffeln und Parallelen, das für und gegen die Einheit ist und entschieden gegen die Zukunft.“
[Tristan Tzara auf der ersten Soiree von Hugo Balls „Cabaret Voltaire“ am 5. Februar 1916 in der Züricher Altstadt]

Sonntag, 4. Februar 2007

Was sind das für Zeiten in denen ein Stöckchen …

Definiere kurios: Wenn man - während stündlich in den Nachrichten vom selbstgemachten, bald irreversiblen Klima-Gau die Rede ist, Amerikanische Politiker das bisserl eigenes 25% Anteil an der Treibhausgasemmission als nicht relevant erklären und der Chinese (der nie schläft) von der ganzen Aufregung nichts wissen will, (vom Inder nichts zu hören ist,) wenn man also in solchen Zeiten (Brechts Bäume hör ich drohend knarzen) - aufgefordert wird, mal über die eigenen Kuriositäten nachzudenken.

Diese Einleitung soll jetzt freilich nicht grundsätzlich gegen Ärzte im Allgemeinen und eine im ganz und gar Besonderen gerichtet sein. Nein, nein. Nein, NEIN: Selbst Ärzte können nicht für alles Schuld tragen, haben, werden und sollen (und die eine Besondere schon gar nicht). Was weiß der (nie schlafende) Chinese denn von der Kassenärztlichen Vereinigung und was bitte der Amerikaner von Brecht’s Bäumen? Ebendarum, vieltausendköpfige Leserschaft, wäre eine Stöckchen-Verweigerung plump und was soll ich sagen einfach nicht rechtschaffen. Ne, nee: Eins geht immer, eins geht noch.

Ich denke ja bei so was wie „kurios“ gleich an - zugegeben wenig politisch korrekte - Kuriositäten-Ausstellungen auf dem Jahrmarkt: Die Dame ohne Unterleib, der Hund mit zwei Köpfen, die Schlange mit vier Beinen, der unbestechliche Politiker und dergleichen Monstrositäten. Dabei steht das lateinische „curiosus“ doch für „sorgfältig, aufmerksam, neugierig“ das zu „cura“ (Sorge, Pflege) und dem ehrwürdigen „Curator“ führt. Im Grimm steht unter „CURIOS“ einerseits „curiosus, neugierig: bins curios zu sehen“ aber auch „insolitus, seltsam: das sind mir curiose leute“. Noch bis ins 17. Jahrhundert wurde „kurios“ im denkbar positivsten Sinne verwandt bis - scheinbar unvermeidlich und recht schrittweise - „ein bisschen verrückt“ daraus werden konnte und auch das schwesterliche französische „curieux“ wird heute eher als „wunderlich, merkwürdig“ verwandt und nur nachrangig als „wissbegierig, neugierig, sorgsam“ und was sonst auch.

Ich bins jedenfalls – Sie ahnen das längst – natürlich nicht niemals (gewesen und sein). „Kurios“ sind bestenfalls „die Anderen“ sechs, sechs Milliarden Mitbewohner dieses deutlich wärmer werdenden Gestirns. So finden die es etwa „kurios“, dass ich

1) noch nie eine Tanzschule besucht habe: Zu „meiner“ Zeit passten obligatorischeres PLO-Tuch und olivgrüner Parka einfach nicht zum Abschlussballestablishment. Wehe daher, wenn ich mit meiner Schuhgröße 46-47 zum Tanz aufgefordert werde ;-).

2) noch nie eine Autowäsche in meinem Leben durchgeführt oder veranlasst habe. (Von innen habe sogar ich schon mal die Scheiben geputzt). Das mag sich ändern, wenn künftig nur noch einmal im Jahr Regen fällt, aber die daraus resultierende Wasserknappheit wäre mir andererseits sicher willkommener Anlass auch künftig mehr als sparsam mit Autowäschen umzugehen.

3) mein Brot selbst backe und gekauftes Brot knapp an der Grenze zur Ungenießbarkeit, mindestens aber jenseits der Fadheit proklamiere (viele Sätze gehören verboten, solche allemal).

Wie gesagt: Alles eine Frage der gesellschaftlichen Konvention, was so als skurril - oops "kurios" - gilt. Ebenso wenig überraschend ist es vermutlich, dass ich kurios finde, dass ich

4) mich nun leidlich und halbwegs rechtschaffen ins 44zigste (und bald 45zigtse) Jahr gelebt habe, um etwa im Einzelhandel immer noch und regelmäßig (!) als „Junger Mann“ tituliert zu werden!

5) noch immer mit einem Auto durch die Gegend kurve das mindestens einhundert Pferdestärken zuviel unter der sehr silberfarbenen Haube hat, von dem vermutlich die Mehrzahl der (nie schlafenden) Chinesen träumt.

6) es „kurios“ finde in solchen Zeiten über „Kuriositäten“ zu berichten (aber das hatten wir ja auch schon).

Und nu? Wohin mit dem Stöckchen? Rachelustig Menschen zwischen die Beine werfen, die mich mehrfach gequält, verfolgt, gedemütigt haben? Nein, vieltausendköpfige Leserschaft, ich bin ein - ach woher >DER< Gutmensch, ich lass es liegen, jeder der eins braucht soll sich eins nehemen: Gehet hin und mehret euch, ihr wackeren Stöckchen. *Vorhang fällt langsam, Heiligenschein wird abgedimmt* …

ACH NEEEE: *Vorhang öffnet sich ruckartig, Heiligenschein implodiert* Doch lieber ohne und ordentlich Rache nehmen und das Stöckchen weiterwirbeln an den Remstalrebell und Wahlschwaben Redunzl, eins werf ich zu der Eidgenossin für die gewonnenen Schwabenkriege, die Frau Polly soll auch nicht immer nur über die Insel nachdenken sondern über eigene Unzulänglichkeiten, Frau Schnatterliese sich nicht tagelang still (!) daran erfreuen, dass ihr kein Unglück widerfährt, die sehr Kritische Masse muss schon allein deswegen eins bekommen, weil der nichts kurios sein sollte und der unvergessene Bon-Jovi-Head-Banger soll auch nicht ohne Feuerholz bleiben …

Dienstag, 9. Januar 2007

Ist nicht mal wieder Zeit?



[Buster: Schöner Wohnen, 2007]

Samstag, 23. Dezember 2006

Wo der Wahn Sinn macht



Dschingl bälz dschingl bälz! Nu is aber wirklich genug, bitte umstellen auf Ostereier oder Alaaf oder was auch immer. Die längste Nacht jedenfalls ist Geschichte. Der Nachbar hat heute noch ein paar Illuminationen zusätzlich ans Haus genagelt - wo der Wahn Sinn macht graust mir nur noch.


In einer Nacht

In einer Nacht, die keiner kennt,
Substanz aus Nebel, Feuchtigkeit und Regen,
in einem Ort, der kaum sich nennt
so unbekannt, so klein, so abgelegen,
sah ich den Wahnsinn alles Liebs und Leids,
das Tiefdurchkreuzte von Begehr und Enden,
das Theatralische von allerseits,
das niemals Gottgestützte von den Händen,
die dich bestreicheln, heiß und ungewaschen,
die dich wohl halten wollen, doch nicht wissen,
wie man den andern hält, an welchen Maschen
man Netze flicken muss, dass sie nicht rissen -
ach, diese Nebel, diese Kältlichkeit,
dies Abgefallensein von jeder Dauer,
von Bindung, Glauben, Halten, Innigkeit,
ach Gott - die Götter! Feuchtigkeit und Schauer!

[Gottfried Benn: 1949]

Mittwoch, 1. November 2006

Bin mal kurz weg …



[Buster: Als einmal an ein Betreten des Himmels gar nicht zu denken war, 2006]

"Anstrengung ist für edle Geister eine Stärkung" lesen wir beim ollen Seneca, vor rund 2000 Jährchen inne 'Sinngedichte'. Was weiss der schon vom geblogge? Ja ja das Geblogge is wie Maloche auffer Ölplattform in Nordnorwegen. So ein paar Tage schuften was die Taste hergibt, Bordeauxgischt schbritzt über die salzzerfressene Reling aus Pistazienkernen. Andererseits auch Maronen satt und Trollinger dazu – Mensch muss wohl schwäbisch geboren und dennoch die 40 im befreundeten Ausland erreicht haben, um solches heftig zu goutieren. Immer jedenfalls ein paar gefällige Zitate aus der Handbibliothek einstreuen zur Verbesserung der Peristaltik - an der Verdauung wird schliesslich geschdorbn un nich an Kulturlosigkeit. Prüfen biddeschön allzeit, ob vielleicht nicht auch ein genehmer Lyriker verschieden ist. Und noch generös eine Handvoll bunte Bilder aus einer der Parallelgalaxen einstreuen und … eh ich mich versehe ist schon wieder Landgang angesagt, Kohlenstoffwelt pur! Aber aber aber … bald auf diesem Kanal erstmals auch hier Katzencontent (jetzt mit 10% mehr Wagner!), ein Exklusiv-Interviev von Beckmann mit Buster, alles über die Reinigungskraft von Morgenurin und Tipps und Tricks im Umgang mit Untoten am Beispiel von Andreas (formerly known as Semmel) ... dranbleibn!

Freitag, 13. Oktober 2006

Killing Bambi

Alljährlich im Herbst kann man in Bad Godesberg beim bekanntesten Hersteller von Gummibären Kastanien und Eicheln eintauschen gegen Gummibärchen. Der aktuelle Kurs liegt bei 10 Kilo Kastanien und 5 Kilo Eicheln für ein Kilo Gummi. Doktor Riegel, der Haribo-Patriarch, ist passionierter Jäger und lockt damit in Österreich die Bambis an, um sie aus dem Hinterhalt …

Also nicht lange zaudern und bis 16 Uhr in der Truchseßstraße (gegenüber der Feuerwache) in Bonn Bad Godesberg, aber nur 50 Kilo pro Person bitte.

Mittwoch, 9. August 2006

Bin kurz mal weg ...

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Seit langen das beste...
Seit langen das beste Gedicht was ich gelesen habe....
Laura Kinderspiel - 12. Nov, 11:30
wow..
..echt "hot" diese Sonnenblumen.. seit langem die beste...
jump - 6. Sep, 11:53
Danke
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huflaikhan - 28. Aug, 08:25
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huflaikhan - 26. Dez, 16:15
Hatschi
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jump - 17. Dez, 19:18
So weit!
Ja genau, also doch schon gar sooo weit ;-).
BusterG - 17. Dez, 00:26
Das ist in der Nordeifel:...
Das ist in der Nordeifel: Heimbach in Nebel und Sonnenschein.
BusterG - 17. Dez, 00:24
Geschätzte Wassertemperatur:...
Geschätzte Wassertemperatur: ca zwei Grad, also...
BusterG - 17. Dez, 00:23
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BusterG - 17. Dez, 00:21
Natürlich ist das...
... AUCH an Dich gewandt. Ich würde doch sonst...
BusterG - 17. Dez, 00:21

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