Mittwoch, 10. September 2008

And not be touched by blue

080909_21

[St. Patricks Quay und Lee, Cork]

"He brushed away the thunder, then the clouds,
then the colossal illusion of heaven. Yet still
The sky was blue. He wanted imperceptible air.
He wanted to see. He wanted the eye to see
And not be touched by blue."

[W. Stevens: Lanscape with boat]

Dienstag, 9. September 2008

Endlich wieder: Vermischtes.

„… das ganze Resultat der ganzen Arbeit ist das Linksliegenlassen der Welt.
(Das In-die-Rumpelkammer-werfen der ganzen Welt.)“
[L.Wittgenstein: Vermischte Bemerkungen. Werksausgabe Bd. 8, S. 462]

Der Anfang vom Ende der Eindimensionalität hat begonnen, hallo Rumpelkammer, endlich wieder: Vermischtes!

Montag, 8. September 2008

Feuchtigkeit: 93%

Dienstag: Regen
Mittwoch: Überwiegend bewölkt mit Niederschlag
Donnerstag: Schauer
Freitag: Durchziehende Wolkenfelder

Samstag, 6. September 2008

Nadelarbeit: gut

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[Birgit Rüberg: Service, 2008]

Kunst mit Nadel und Faden ist zu sehen im Rahmen der Ausstellung Nadelarbeit: gut bis 16. November im museum für verwandte kunst im belgischen Viertel, Köln.

Freitag, 5. September 2008

Visionäääär Denken (Folge 342): Happy Xmas, NOW!

Die Spekulatius sind schon seit zwei Wochen hier in den Regalen, Dominosteine auch, bis Däzämber sind die ungenießbar und ursprünglich sollte der Titel der absolut volxhochscoolreifen Arbeit auch lauten: "Irgendwie klaglos Freitagabends vom belgischen Viertel nach Deutz kommen" oder vielleicht sogar: "Kirschernte, im dunklen Remstal tut sich was". Abär Xmas ist grade halt einfach echt voll visionäääär - Ich weiß das aus jederzeit immer gut unterrichteter Quelle, echt jetzt.

[B.C. Buster: o. T., Irgendwie klaglos Freitagabends vom belgischen Viertel nach Deutz kommen, Kirschernte, im dunklen Remstal tut sich was, wischs you ä happy Xmas, NOW! 2008 (Volxhochscoolmodus)]

Donnerstag, 4. September 2008

Doppelter Mantra-Haiku

Stetig, Tag um Tag,
reihen sich aneinander
vergangene Wunden.

...
...
...

Nach Mitternacht:
Im Wasser des Rinnsteins
die Milchstraße.

Mittwoch, 3. September 2008

Diskontinuierlich-paradox-präziser Dialog (ohne Sitzgelegenheit)

„Das interessante (an Partenheimers Werk) ist dass die Formen nicht ungewöhnlich sind – es sind oft einfache Ansammlungen von unregelmäßigen Rechtecken oder Kreisen. Ich bemerkte das – für mich – die größte Bedeutung des Werkes in der Farbe lag, der Abstufung der Wahl der Materialien im Tastgefühl des Künstlers – was ich umfassend mit der Resonanz der Arbeit beschreiben könnte. Die Arbeiten sind oft klein und ruhig dennoch füllen sie irgendwie den Raum um sie herum egal wie groß er ist mit ihrer Anwesenheit aus. Gerade so wie unhörbare, leise Musik.“
[Kevin Volans: Unhörbare Musik. In: The Partenheimer Project, 2008]

partenheimer
[J. Partenheimer: Metaphysischer Realismus, 2004]

Kevin Volans, Meisterschüler von Stockhausen, hat im Auftrag der Ikon Gallery, Birmingham und des Kunstmuseum Bonn eine auf Jürgen Partenheimers Werke bezogene Komposition entwickelt. Diese mehrere Stücke umfassende Komposition ist Teil der Bild-, Objekt- und Klanginstallation mit dem etwas sperrigen Namen Jürgen Partenheimer. Discontinuity, Paradox & Precision. Kevin Volans. The Partenheimer Project.

Die Ausstellungsmacher sprechen von einem „Dialog der Künste, der … auf eine Erweiterung des visuellen bzw. akustischen Resonanzraums zielt“. Mir gänzlich unverständig: Der „Dialog“ findet nur in zweien der vier Ausstellungsräume statt, so droht Volans Partenheimer Project zur gefälligen Klangtapete der Ausstellung zu verkommen. Mein Resonanzraum hätte sich darüber hinaus noch beträchtlich mehr erweitert wenn in den Ausstellungsräumen Sitzgelegenheiten zur Verfügung gestanden hätten (oder ist so eine Forderung schon zu bratwurstig?).

„Die Frage des Bildes in abstarkter Kunst und Musik hat mich schon lange fasziniert – besonders in der Musik, wo dieses Thema bislang wenig diskutiert wurde. Gibt es so etwas wie ein Bild in der Musik und muss zwischen einem gegenständlichen und abstrakten Bild in der Musik unterschieden werden? Ich denke die Antwort auf die erste Frage liegt zum Teil in der Einprägsamkeit. Eine Ansammlung von Noten oder Zeichen wird zu einem Bild wenn sie zusammen etwas formen das aus einem bestimmten Grund sofort erkannt wird und unvergesslich ist. Ein Bild muss mehr sein als nur die Summe seiner Teile. Ein zusätzliches Element das durch und über das Material hinaus entsteht das es produziert – etwas das einem Muster in den Tiefen des Gehirns entspricht. Das interessante an abstrakten Bildern ist dass man sie nicht benennen kann. Partenheimer hat einmal gesagt: Ich glaube wir brauchen die Kunst als spirituelle Heimat. Spricht ein abstraktes Bild von diesem Ort erkennen wir es deshalb wieder, erinnern wir uns daran weil es eine unbenannte Bedeutung hat.“
[Kevin Volans: Unhörbare Musik. In: The Partenheimer Project, 2008]

Dienstag, 2. September 2008

... zerreiß deine Pläne und halte dich an Wunder!

kalenkoMASCHA KALÈKO ABEND
Lesung mit Musik mit der wunderbaren Judith C. Jakob und dem ganz und gar wunderbaren Joachim Jezewski am Klavier.
Gastspiel im THEATER DER KELLER, Köln, Dienstag, 23. September 2008 - 20 Uhr

[(c) Foto: DLA Marbach]



Ausgesetzt
In einer Barke von Nacht
Trieb ich
Und trieb an ein Ufer.
An Wolken lehnte ich gegen den Regen.
An Sandhügel gegen den wütenden Wind.
Auf nichts war Verlaß.
Nur auf Wunder.
Ich aß die grünenden Früchte der Sehnsucht,
Trank von dem Wasser das dürsten macht.
Ein Fremdling, stumm vor unerschlossenen Zonen,
Fror ich mich durch die finsteren Jahre.
Zur Heimat erkor ich mir die Liebe.

[Mascha Kalèko: Die frühen Jahre. In: Das lyrische Stenogrammheft. Kleines Lesebuch für Große. Rowohlt, 1956]

Mascha Kaléko wurde verglichen mit Ringelnatz, Morgenstern oder etwa Tucholski, aber das ist bestenfalls gut gemeint. Ihre ‚Gebrauchslyrik’ handelt von Dingen, die alle erleben, sie hat auch so eine Verspieltheit, sie schreibt satirisch und verfügt über jeder Menge Sprachwitz, aber es kommt etwas hinzu was man vielleicht ‚Sehnen' nennen kann, auch wenns altdeutsch klingt, ihre Gedichte haben eine Zerbrechlichkeit, die einen atemlos zurücklässt.

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