saumselig

Freitag, 17. Oktober 2008

Lange her das

Der Kampfplatz
Ein Abseitsraum.
Zäh pulst das.
Im Vergröberungszimmer
Der dunklen Kammer.
Vor der Sonnen

Fratze geflohen
Quallt lichtscheue
Schaden Freude
Aus eigenem Anbau
Ins unvertraut
Erträumte

Das Fundbüro
Spröder Stille
In Verdunkelndes
Abziehbild hastig
Aufgeklebt im Vorüber
Gehen

Lange her das
Tütenbunt Buch
Staben auf die Stirn
Gebrannt waren
Lange her das
War
Gestern.

[B.C. Buster: Lange her das. Mehr vom Weniger, 2008]

Dienstag, 9. September 2008

Endlich wieder: Vermischtes.

„… das ganze Resultat der ganzen Arbeit ist das Linksliegenlassen der Welt.
(Das In-die-Rumpelkammer-werfen der ganzen Welt.)“
[L.Wittgenstein: Vermischte Bemerkungen. Werksausgabe Bd. 8, S. 462]

Der Anfang vom Ende der Eindimensionalität hat begonnen, hallo Rumpelkammer, endlich wieder: Vermischtes!

Montag, 25. August 2008

Vermischte Meldungen

Paris, 1924. Eine Hand in extremer Großaufnahme, dazwischen fliegen Kalenderblätter wie billiges Herbstlaub über die übergroße Leinwand, plötzlich an der Hand: ein Ehering: Paul und Louise haben geheiratet. Dann kommt Antonin hinzu, eine Dreiecksgeschichte und alle drei verstehen sich scheinbar gut - bis Paul Antonin vor Eifersucht erwürgt. Gerade 23jährig realisiert Claude Autant-Lara seinen ersten Film der Kultstatus erreicht. Ein Avantgardefilm, vielleicht sogar – dafür bin ich einfach nicht Cineast genug – ein Experimentalfilm. Autant-Lara verwendet für die Zeit völlig ungewohnte Stilmittel wie Doppel- und Dreifachbelichtung, extreme Großaufnahmen, Widerholungen, Schrägstellungen der Kamera und Zeitsprünge.

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[C. Autant-Lara: Vermischte Meldungen, Frankreich 1924.
Bild 1: Paul Barthet in mörderischer Absicht,
Bild 2: Louise Lara und Antonin Artaud, den Ehebruch zelebrierend,
Bild 3: V.l.n.r.: Paul Barthet, Louise Lara und Antonin Artaud]

Letzter und sehr gelungener Tag des Internationalen Stummfilmfestivals im Hof der Universität Bonn, Stephen Horne am Flügel (15 Menschen haben den (Flügel) allabendlich in den Hof und zurück getragen), der Regen beginnt gnädigerweise erst beim Abspann. Alle waren sie da: Die Popcorn-im-Eimer-Mitbringer, die Karierte-WollDecken-Fraktion, (natürlich) die Sitzkissen-Profis, die Regenschirm-Aufspanner, die Schosshündchen-Besitzer, die Winterstiefel-Anhaber, die Selbstkuchen-Gebacken-Verteiler, die Seifenblasen-Produzierer und die Weinfalschen-samt-Gläser-Dabeihaber (Montepulciano aus den Abruzzen wars und auch ein arges Glück: Es wurde Discounter-Billigwein in Plaste- und Elastebechern ausgeschenkt!). See u näxt Yier.

Montag, 18. August 2008

Posnieren



[Thomas Schütte: Frau Nr. 13, 2003 (Ausschnitt)]

Das alle kunst
mit reichem gunst
ein mentzsch besaß
der minsten blum
und wër sein rüm
noch ainßt so räß
möcht er nicht gantz
nach jren glancz
natürlich häß
posnieren schon
solt er des leibs werderben
[Oswald von Wolkenstein]

Wolkenstein in der Bibliotheca Augustana

Freitag, 1. August 2008

Rütlischwur, heute

"Tell: Mit eitler Rede wird hier nichts geschafft,
Die Stunde dringt, dem Mann muss Hülfe werden."

[F. Schiller: Wilhelm Tell, Erster Aufzug, Erste Szene]

Donnerstag, 24. Juli 2008

Wer hat gesagt dass gelb nicht schön ist

Christoph Rütimann, 1955 in Zürich geboren, zweifellos einer der wichtigsten Schweizer Gegenwartskünstler und wohl der vielseitigste unter ihnen. Ob Performance, Klang-, Text- und Videoarbeiten, Zeichnung, Malerei oder Skulptur. Er thematisiert Linie, Farbe, Objekt, Schrift, Bewegung; setzt Grenzen, zeigt Zufälligkeit wie Exaktheit. Die vielschichtige Werkschau wird nach dem Kunstmuseum St.Gallen noch bis Ende August im Kunstmuseum Bonn gezeigt.

IMG_0074n [C. Rütimann: Musik-Performance in Sempach, 1986]

Ich habe ihn erstmals 1986 im Rahmen einer Musik-Performance in Sempach erlebt. Ruhig, unaufgeregt agierte er da vor überraschend wenigen Anwesenden.

IMG_0078n [C. Rütimann: Der grosse Schlaf, 1995 (Ausschnitt)]

Sechs Jahre später sah ich ihn wieder bei seiner Performance „Der grosse Schlaf“ in Pfäffikon in einem Einkaufszentrum. Rütimann bestellte eine Lastwagenladung mit Aktionsprodukten der kommenden Woche. Aus Büchsenravioli, Dosenmilch, Waschmittel, Toilettenpapier und Eisteepackungen baute er eine farbenprächtige Kulisse auf und legte sich mehrere Stunden darin schlafen während tütenbepackte Eidgenossen kopfschüttelnd an ihm vorbei defilierten. Andere diskutierten ob hier Konsummüdigkeit thematisiert werden sollte, Rütimann lag scheinbar entrückt da. Er hat sich immer gegen schnelle Festlegung und für Vieldeutigkeit und Offenheit ausgesprochen.

IMG_0076n

[C. Rütimann: Chi ha detto che il giallo non è bello 1983, 35 Fotografien]

Bei Chi ha detto che il giallo non è bello wirft Rütimann eine Kamera mit Selbstauslöser hoch. Die erfasst zufällig gelbe Rapsblüten, Himmelblau, braunen Boden und grünen Wald - Fotografie als Genese der Malerei.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Mach mal mehr Licht



„Der heilige Lichtstrahl, dem ich standhielt, hätte mit seiner Schärfe, glaub ich, mich zerstört, hätt' ich die Augen von ihm abgewandt. Und ich erinnre mich, wie umso kühner ich dann das Licht ertrug, bis endlich sich mein Schauen dem Unendlichen verband.“
[Dante Alighieri: Die göttliche Komödie]

Dienstag, 12. Februar 2008

Hang zur Ruhe



„Faulheit ist der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit“
[I. Kant: Anthr. 1. T. § 87].

Donnerstag, 10. Januar 2008

F.cken bis Meister Eder kommt …

Pumuckl darf eine Freundin haben, so wurde vom Landgericht München I entschieden. „Pumuckl“, das ist nach gängiger Meinung ein rothaariger Kobold, der bei Schreinermeister Franz Eder lebt, knisterndes Papier, glitzernde Gegenstände, Schokolade, Segelboote und Unordnung liebt. Sein liebstes Hobby ist das „Aushecken von Streichen und das Dichten“. Warum also, so sollte man meinen, darf so ein Kobold keine Gefährtin haben? Auch Kinder schlössen schließlich, so der zuständige Richter in München, „Sandkasten-Ehen“ und entschied: „Pumuckl habe eine Freundin verdient“.

Nun soll hier nicht der Ort sein zu hinterfragen, welche Leistungen einen Kobold dazu befähigen, sich eine Freundin „verdient zu haben“ oder gar zu würdigen, „wie wichtig für die psychische Entwicklung und Heilung eines Menschen [es] ist, sein ganzheitliches Selbst zu finden“ wie die Kunsttherapeutin (und Mutter I) von Johnson arg betroffen zu Protokoll gibt und welchen Anteil die Freundin von Pumuckl beziehungsweise die richterlichen Erlaubnis, sich eine Freundin zulegen zu dürfen, dabei hat.

Während manche nun vorschnell den Kopf schütteln vor Unverständnis womit sich Bayrische Gerichte beschäftigen, andere die Vorstellung eines Geisten mit Freundin als „geschmacklos“ bezeichnen (Ellis Kraut, Mutter II) oder eben als ernstzunehmenden juristischen Disput rund um das Copyright von Kobolden, entpuppt sich die - ausgerechnet - bayrische Entscheidung der Jurisdiktion bei näherer Betrachtung als Politthriller erster Ordnung und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Roland Koch und seine Mannen es auch merken und eilends eine brutalstmögliche Pressekonferenz einberufen werden.

Denn sprechen wir es doch offen aus: Pumuckl ist ein Arbeitsverweigerer desser liebster Ort die Hängematte ist, ein integrationsunwilliger Ausländer, Migrant mit unscharfer Herkunft („zwei Mütter“!) und zweifelhaftem Aufenthaltsstastus der sich unter höchst fadenscheinigen Gründen („am Leimtopf hängen geblieben“) weigert, die Schreinerwerkstadt zu verlassen, was über kurz oder lang zu einem Zusammenbruch des bayrischen Wirtschaftswachstums führen wird und der nun noch um Familienzusammenführung gebeten hat um sich künftig zügellos zu vermehren und mit seinen womöglich zahllosen rotschopfigen Balgen (das Sexualverhalten der Kobolde ist bislang weitestgehend unerforscht!) als gutsaturierter Kindergeld- und Harz IV-Empfänger dem braven, enthaltsamen und fleißigen Steuerbürger zur Last fallen wird.

Wenn wir Glück haben.

Es gibt schließlich auch die Möglichkeit, dass durch diese dem zügellosen Sexualtrieb geschuldete richterliche Entscheidung aus dem Kobold ein allzeit gewaltbereiter, langzeitarbeitsloser, ausländischer Jugendlicher wird der nicht mehr dem Meister Eder kleine Streiche spielen wird, sondern ohne mit der Koboldwimper zu zucken die deutsche Freiheit in der Münchner U-Bahn angreifen wird. Ein betrunkener, sexssüchtiger, jugendlicher Pumuckl wird uns dereinst am Marienplatz auflauern und uns kameraüberwacht den Arsch versohlen, dass es sich gewaschen hat. Dann aber wird es zu spät sein zur Reue, verehrte Freundinbefürworter! Wohin bitteschön sollte man denn einen gewaltbereiten Kobold abschieben? Und wir, verehrte vieltausendköpfige Leserschaft, werden alle alle immerfort nur noch CSU wählen wollen und das ist dann womöglich, wenns mans recht und lang genug bedenkt, der tiefere Sinn dieser bayrischen Gerichtsentscheidung ...

Mittwoch, 14. November 2007

Die Bahn

Das Ziel muss man früher kennen, als die Bahn. [Jean Paul, Flegeljahre]

Der Schritt verrät, ob einer schon auf seiner Bahn schreitet. Wer aber seinem Ziele nahe kommt, der tanzt. [F. W. Nietzsche, Also sprach Zarathustra]

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Seit langen das beste...
Seit langen das beste Gedicht was ich gelesen habe....
Laura Kinderspiel - 12. Nov, 11:30
wow..
..echt "hot" diese Sonnenblumen.. seit langem die beste...
jump - 6. Sep, 11:53
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huflaikhan - 28. Aug, 08:25
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Ich mag sowas ja sehr gerne lesen, vor allem richtig...
huflaikhan - 26. Dez, 16:15
Hatschi
... ok, bin wieder auf dem Boden der Tatsachen.. ;-)
jump - 17. Dez, 19:18
So weit!
Ja genau, also doch schon gar sooo weit ;-).
BusterG - 17. Dez, 00:26
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Das ist in der Nordeifel: Heimbach in Nebel und Sonnenschein.
BusterG - 17. Dez, 00:24
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BusterG - 17. Dez, 00:23
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BusterG - 17. Dez, 00:21
Natürlich ist das...
... AUCH an Dich gewandt. Ich würde doch sonst...
BusterG - 17. Dez, 00:21

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