kregel

Dienstag, 16. Dezember 2008

soweit

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Komm! Dass wir das Offene schauen.
Dass ein Eigenes wir suchen, soweit es auch ist.

[Hölderlin: Brod und Wein, 1800]

Montag, 22. September 2008

It’s a dog eat dogs world

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Als ich diesen Herrn hier frage, ob er denn mit dem Stöckchen vorhabe seinen Vierbeiner voranzutreiben wie John Wayne die Herden beim großen Viehtrieb nach Westen schaut er mich ganz entrüstet an und antwortet, dass er seine „Fat Berta“ nirgendwohin treibe, es sei ja vielmehr so, dass sie ihn jeden Tage regelrecht durchs Viertel ziehe und er habe Mühe mit ihr Schritt zu halten und lacht mich dabei schon wieder an. Warum das Tier denn Fat Berta heiße, will ich noch wissen, der Hund sei doch alles andere als fett. Das ‚Fat’ habe er ihrem Namen hinzugefügt, und grinst verschmitzt um sich selbst daran zu erinnern, dass er dick und fett werde, wenn er nicht täglich mit Berta seine Runde macht und taxiert dabei für meinen Geschmack etwas zu sehr meinen Astralkörper.

„We were shipwrecked before we embark“ gab sich mein Landlord ganz und gar versöhnlich in einem mir bei ihm noch unbekannten ‚peace & harmony’-Rausch und „lets clean up the act“ sagt er dann ganz freundschaftlich und um lockere Atmosphäre bemüht, diese Redewendung kenne ich nur von Schildern auf denen Hundebesitzer aufgefordert werden die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entfernen. Womöglich habe ich gutmütiger Trottel wieder zu sehr hinterm Berg gehalten mit meiner Kritik, vielleicht war es aber auch so, dass er die Götterdämmerung erwartet hat und so ein kleines Gewitter eher sein Gemüt erfreut hat. Wäre doch schön gewesen in Kerry sagt er und erzählt mir einen müden Witz: Zollbeamter: Irgendwelche Pornographie in Ihrem Koffer, Sir? Kerryman: Wie denn, was sollte ich wohl damit? Ich besitze nicht mal einen Pornographen um sie abzuspielen. Hahaha … Wer weiß, wo das enden wird aber: „It’s not over until the fat lady sings” gilt ja bekanntlich nicht nur für die Oper …

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[Pieter Brueghel (d. J.): Peasant Wedding 1620. National Gallery,Dublin]

Der olle Brueghel der Jüngere hatte bestenfalls eine schwache Vorahnung davon, was passiert wenn sich das, was sich tagsüber schillerd kulturell gibt, verwandelt zu Ballermann im Regen an der längsten Theke Irlands. Dublin ist angesagte Party-Metropole und Temple Bar am Wochenende daher eine No-go Area für nicht täglich Karnevalisierbare. Insbesondere gefürchtet sind Stag and Hen Parties wie die Kampftrinkwochenenden genannt werden bei denen der Abschied vom unverheirateten Leben mit reichlich Alkohol, Gesang, Tanz und Sex gefeiert wird. Die meist einheitlich gekleideten Horden ziehen dabei von Pub zu Pub und später Club zu Club Oscar Wilde memorierend: „I drink to keep body and soul apart“ alle meilenweit neben sich stehend.

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Neben dem Fringefestival mit dreißig internationalen Theaterproduktionen und der Culture Night ist es vor allem aber John McInerney, der einen dann doch am Wochenende in das Babel Dublins zieht. Samstags ist Temple Bar Food Market am Meeting House Square und John serviert halbdutzendweise Austern, die am Tag zuvor noch vor Galway vom kalten und klaren Atlantikwasser umspült wurden. Und obwohl die Bewohner vom Nordwesten gemeinhin als etwas verschlossener gelten, betont John mehrfach, dass er die drei Jahre alten Riesenaustern alle eigenhändig gestern geerntet hat und man kann nur begeistert mit dem Kopf nicken vor lauter schlürfen.

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[irish modern dance theatre: Rhytmic Space, Chor. & Text: John Scott]

Montag, 15. September 2008

Hi-I Bar

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Selbstporträt auf [John Minham: Patrick Galvin outside the Hi-I Bar, Cork City, 1997]

Samstag, 30. August 2008

Gottes Geschwindigkeit

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[Christine Schulz: Godspeed, Raumgreifende Multimediainstallation, 2008]

Es ist kein guter Gott und auch keine Geschwindigkeit die dem Menschen angepasst wäre die in der Installation von Christine Schulz thematisiert wird: Die zahlreichen Beamer, sich bewegende Projektionsflächen, Spiegel, Leuchtkästen und Overheadprojektoren stehen für die zügellose Weiterentwicklung, für die Unordnung die zum prägenden Ordnungskriterium der Welt wird. Alle Individuen sind zur Migration gezwungen (was hier sprichwörtlich jede Positionsveränderung zwischen den verschiedenen Einheiten eines räumlichen Systems meint): Globalisierung der Wirtschaft führt zu massenhafter Emigration, überbordendem Verkehr und zerstörerischem Tourismus. Räumliche Mobilität - früher Verlockung und Ort für Sehnsüchte - wird zum Fluch.

Zehn Jahre Parkhaus in der Kunsthalle Düsseldorf. Komme bitte jetzt keiner auf die Idee hinterher ins Parkhaus zu schlendern und sich „SOLO“ von Christian Marclay anzusehen, aber das ist dankenswerter Weise eh morgen vorbei.

Montag, 11. August 2008

Wirklichkeit ist



„Wirklichkeit ist, wenn etwas nicht stimmt“
[D. Pennac: Der Diktator und die Hängematte]

Dienstag, 5. August 2008

Protuberanzen (Erstdiagnose)

Warteschlanges Winseln
Doktern Klagestimmen
Gebrauchsschmerzen.

Herzkranz OP-Schlund
Speit Schlauchiges,
Grünlinnig eingeschlagen.

Vollzogene Blutkontrolle,
Geräuscharme Flurstörung.
Im Stundentakt wacht

Die weiß Uniformierte
über Blutbild und Flurblut.
Fallhöhe, unhörbar.

Du kannst
Es doch.
Sehen.

Freitag, 27. Juni 2008

Kleines Silberauto in der Arschbar

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[Atelier van Lieshout: BarRectum. 800x800x250 cm, Fiberglas, Holz, 2005 vor dem Folkwang]



[Nachtrag: Arschbar hinterrücks weichgezeichnet vor Folkwang]

Sonntag, 4. Mai 2008

Grenze

„Träumend plant der Geist seine eigene Wirklichkeit.“
[Søren Aabye Kierkegaard, Die Wiederholung 1843]


[Zum Puzzlmacher]


"Und das Subjekt gehört nicht zur Welt,
sondern ist eine Grenze der Welt."

[L.W: Tagebücher, 02.08.1916.
In: Werkausgabe Band 1, Suhrkamp,
Frankfurt a.M. 1984, S. 174]

Donnerstag, 14. Februar 2008

Winter?



"Faule Winter geben mürbe Schafe." [Bauernregel]

Donnerstag, 7. Februar 2008

Hallelujah Evolution!

Was gibt es angenehmeres als einen verregneten Aschermittwoch mit dem alten Christenhetzer Charles Darwin auf dem Sofa zu verbringen und zu staunen was ein Mensch im Rahmen der natürlichen Auslese alles ertragen kann? Liveübertragungen von Achermittwochversammlungen in Phönix, Länderspiele gegen Österreicher, tägliche Flockemeldungen und selbst wenn der Aufzug nicht geht sterben wir nicht aus.

1.576 Stufen: Mit dem Aufzug wäre es bequemer und freilich auch schneller aber Thomas Dold, Student der Wirtschaftswissenschaften und amtierender Weltmeister im Rückwärtslaufen, packt den Hattrick und gewinnt zum dritten Mal in Folge den Empire State Building Run Up in New York. Nun habe ich ja selbst unter anderem auch solchen Unsinn studiert und verstehe daher durchaus, dass allerlei kompensatorische Tätigkeiten nötig sind schon allein um sicherzustellen, dass man nicht täglich mehrere Kommilitonen erdrosselt die ja insbesondere in dieser Fakultät gerne farbentragend und schlagend ihre Freizeit vertändeln. Auch Darwin rät ab von solchem Unsinn und sieht in Dold den aussterbenden Zweig der Evolution, schließlich könne jeder, der mit dem Aufzug die 86 Stockwerke zurücklegt, gleich mehrfach seinen Genpool vermehren bis der Treppensteiger oben angekommt; denn: „Die Zeit ist die wichtigste Zutat im Rezept des Lebens“ [C. Darwin: Notizen, 1844].

Fast hätten auch die Österreicher den ollen Charles bestätigt der ja schon 1844 die erste Halbzeit vorausgeahnt haben muss als er schrieb: „Die Säugetiere haben die Dinosaurier verdrängt, weil sie schneller, kleiner und aggressiver waren“ [C. Darwin, ebd.]. Nur das mit der Chancenverwertung hat der Darwin noch nicht ausreichend berücksichtigt seinerzeit, der Fußball lag damals freilich auch noch ganz in den Anfängen, weil alle in den Bäumen turnten. Und da nach Charly alle Organismen durch einen kontinuierlichen Verzweigungsprozess von gemeinsamen Vorfahren abstammen, fühle ich mit Flocke ebenso verwandt wie mit Jens Lehmann (2. v. re.), bei dem gestern fast jemand gemerkt hätte, dass er genau so schlecht spielt wie der depperte Kahn aber halt den besseren Frisör hat und deshalb für den Rest des Jahrtausends Jahrhunderts gesetzt ist.

Als ich dann noch erfahre, dass der Flocke ihr Vater im Rahmen der großen Familienzusammenführung nun aus dem miefigen Gladbach wieder ins fränkische darf, gibt es kein Halten mehr und ich spüre: Alles wird gut und wir Deutschen sind wieder wer, mindestens Eisbärzüchter eben. Und weil mit Darwin die natürliche Auslese dafür sorgt, „dass immer die Stärksten oder die am besten Angepassten überleben“ [C. Darwin, ebd.] wird das Modell Flocke 2.0 in acht Monaten ganz sicher mit eingebauter Webcam in Nürnberg das Licht erblicken und Thomas Dold 3.0 im „Kampf ums Dasein“ [C. Darwin, ebd.] aka Einschaltquote niederringen dass es sich gewaschen hat und dann sogleich den CSU-Vorsitz übernehmen, weil nun wieder ein Franke dran ist.

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Laura Kinderspiel - 12. Nov, 11:30
wow..
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BusterG - 17. Dez, 00:23
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Natürlich ist das...
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BusterG - 17. Dez, 00:21

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