maliziös

Mittwoch, 13. Februar 2008

Rheingold

IMG_7243n5

Die drei Rheintöchter:
Rheingold! Rheingold!
Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!
Glühender Glanz entgleisset dir weihlich im Wag!
Heiajahei, Heiajaheia!
Wache, Freund, wache froh!
Wonnige Spiele spenden wir dir:
flimmert der Fluss, flammet die Flut,
umfliessen wir tauchend, tanzend und singend,
im seligen Bade dein Bett.
Rheingold! Rheingold!

[Richard Wagner: Das Rheingold, Erste Szene]

Dienstag, 14. August 2007

Exklusiv für nimmermüde Basisarbeiter ...

Die Basis sprach zum Überbau
Du bist ja heut schon wieder blau
Da sprach der Überbau zur Basis:
Was is?


[F.W. Bernstein, R. Gernhardt]

Dieser herausragend basisnahe Vierzeiler vom noch herausragenderen Basis-Poetenduo ist gewidmet der ewigen "Rampensau" (liebevoller Parteisprech), dem großen empathischen Arbeiterführer und intellektuellen Elektriker K. Beck zur moralischen Unterstützung seiner Basisarbeit-Tingeltangeltour im ewigen Bemühen um Basisbezogenheit, Basisnarkose, Basisnähe, Basiswissen und Basisverständnis im fortdauernden Basis-Kampf um die 29 Prozent-Basis plus Basis-x.

Dienstag, 16. Januar 2007

Rheinkontrolle und kleiner Dienstweg heute



[Buster: In der Rheinproffe, 2007]

Ich habe die Tage mehr Mails bekommen als mir lieb war. Todestage von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg seien hier ungewürdigt geblieben. Der Geburtstag von Proudhon wäre völlig unerwähnt und auch Moliere wäre keine Zeile wert gewesen. Die Tage erst habe ich im „Qu’est-ce que la propriété“ wie auch im unvergessenen „Le Malade imaginaire“ gelesen:

“Vivat, vivat, vivat, vivat, cent fois vivat
Novus doctor, qui tam bene parlat!
Mille, mille annis et manget et bibat,
Et seignet et tuat!“

[Molière : Le Malade imaginaire]

Und: Nichts darüber geschrieben. JA! Nichts. Und wer jetzt immer noch glaubt, dies sei hier das Volxhochschulblog für Grenzlinke und Globalkultivierte, die nicht mehr in eines der zahllosen Online-Lexikas schauen müssten um mal eben up-to-date zu sein, der hat sich, ja der hat sich nun leider geirrt – manchmal jedenfalls.

Mittwoch, 10. Januar 2007

Na irgendwie

070110_56

[Buster: Bellevue auf Landgang. 2007]



Na irgendwie

Leute verstehen nicht ein
Begräbnis, Leute sind krude.

Nimm ein paar Leute zusammen
und stell sie fröstelnd um

ein Feuer aus altem Pack
Papier. Leute schlagen ihre

Hände zusammen, Leute denken
an was anderes als an Feuer

:vielleicht denken sie an
Bitte, die Haustür nach 22 Uhr

verschließen, vielleicht an etwas
Abgehacktes, sie denken an...

Na, dann packen wir den alten Kram
zusammen, der maln Körper

war, falten ihn im Hausflur
zusammen, in der Ecke, einer

hält'n schwarzes Tuch davor,
falls mal jemand in dem Mo

ment ins Haus reinkommt, bei
den Fahrädern, und dann ab.

[Rolf D. Brinkmann: Westwärts 1&2]

Sonntag, 24. Dezember 2006

De-Eskalationsversuch

Bürgerliches Weihnachtsidyll

Was bringt der Weihnachtsmann Emilien?
Einen Strauß von Rosmarin und Lilien.
Sie geht so fleißig auf den Strich!
Oh Tochter Zions, freue dich!

Doch sieh, was wird sie bleich wie Flieder?
Vom Himmel hoch, da komm ich nieder.
Die Mutter wandelt wie im Traum.
O Tannenbaum, o Tannenbaum.

O Kind, was hast du da gemacht?
Stille Nacht, heilige Nacht.
Leis hat sie ihr ins Ohr gesungen:
Mama, es ist ein Reis entsprungen!
Papa haut ihr die Fresse breit.
O du selige Weihnachtszeit!

[Klabund: Gesammelte Gedichte, Achter Kreis]



"Ich habe Sehnsucht nach dem elektrischen Rausch des Boulevards.
Nach Paris.
Nach den kleinen Dingen, die am Abend wie Porzellan blinken.
Nach dem dünnen Blumenmädchen,
die gegen einen Frank Honorar
im dämmrigen Hausgang mit einem onanieren.
Mein Kopf ist wie gehenkt.
Mein Kopf hängt lotrecht wie ein Kronleuchter von der Decke.
Meine Augen brennen wie Wachskerzen.
Sie duften.
Wie Weihnachten.
Ich bin Maria.
Ich werde den heiligen Geist unbefleckt empfangen."

[Klabund: Marietta. Ein Liebesroman aus Schwabing. Siebenter Kreis: Grotesken]

Samstag, 2. Dezember 2006

Nicht nur im Keller

Bei einer Belagerung der Godesburg vor 423 Jahren durch die Bayern drangen diese durch ein Klohäuschen über die Außenmauern ein, sprengten die Burg und entschieden somit den Truchsessischen Krieg und die Erzdiözese Köln blieb katholisch. Toiletten ohne Fenster haben auch ihre Vorteile. Grade bei solchen Bayern heutzutage.

Als meine Nachbarin mir heute in der Waschküche begegnet, weiß sie aufgeregt zu berichten, dass in Istanbul jetzt sogar eine Straße nach „unserem Papst“ benannt werden soll. Am besten entgegne ich, sie nehmen eine, die direkt in die Aids-Allee mündet. Ich musste das mit der Verhütung und dem Papst dann doch noch mal erklären. Wir waren uns sogar darin einig, dass es mehr als bigott ist, an einem Tag im Jahr so ein rotes Schleifchen am Kragen zu tragen und den Rest des Jahres ist das Thema vergessen - da ist nicht nur der Buchstabe „e“ kaputt.

Und als ihr rauchender Gatte kam, haben wir noch ein paar Witze über ihn gemacht weil er künftig immer ein Bierzelt mit sich rumschleppen muss zum Rauchen gehen. Er hat uns im Gegenzug dringend empfohlen, endlich das Passivrauchen aufzugeben und uns selber Kippen zu kaufen.

Als Sie mir dann einen schönen ersten Advent wünschen kann ich nicht umhin im Gegenzug einen schönen 50. Jahrestag Guerillakampf zu grüssen. Nicht dass die jetzt aus Angst vor mir die Wohnung verbarikadieren. Als Schutz vor den Bayern freilich wäre dies ja womöglich hilfreich …

Freitag, 20. Oktober 2006

Im Herbst



[Buster: Als der Weg einmal um die Ecke ging, 2006]

Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,
Still sitzen Kranke im Sonnenschein.
Im Acker mühn sich singend die Frau'n,
Die Klosterglocken läuten darein.

Die Vögel sagen dir ferne Mär',
Die Klosterglocken läuten darein.
Vom Hof tönt sanft die Geige her.
Heut keltern sie den braunen Wein.

Da zeigt der Mensch sich froh und lind.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Weit offen die Totenkammern sind
Und schön bemalt vom Sonnenschein.

[Georg Trakl: Im Herbst, Gedichte, 1913]

Mittwoch, 6. September 2006

Gruß

Vorbei ist vorbei, und man erinnert sich
daran, was man alles
tun wollte und nie tat; ist
denn der Gedanke nicht schon
genug? Wie ich zum
Beispiel vorhatte, eines
von jeder Art
zu sammeln: Klee,
Gänseblümchen, Braunwurz, die
auf der Wiese wuchsen,
in der die Hütte stand,
sie an einem Nachmittag zu
studieren, bevor sie verwelkten. Vorbei
ist vorbei. Ich grüße
jenes Feld der Vielfalt.

[James Schuyler: Salute, 1960, Übers. von Johannes Beilharz]

Nachtrag: Mich erreichen fragende Nachrichten wo denn bitte der kalendarische Bezug sei von einem Schuyler oder wenigstens einem Beilharz zum heutigen Tag. Es gibt keinen. Allen Kalenderfetischisten sei’s gesagt: Nur meiner unendlichen Güte haben sie es zu verdanken, dass ich sie verschont habe heute mit einer unendlich drögen moralinsauren Geschichte eines gewissen 'Bonnard' vom - sehr Ollen - August Friedrich Ernst Langbein, geboren am 06.09.1757 in Radeberg bei Dresden, in der er von einem redlichen, wackeren, stadtbekannten Trunkenbold und Quartalssäufer berichtet, den so genannte ‚Freunde’ durch Lug und Trug zurück auf den unnützen Pfad der bürgerlichen Tugend und in die Ehe treiben. Davor habe ich alle verschont heute, ich mal wieder …

Sonntag, 16. Juli 2006

Reset, unlogisch

„Auch der vernünftigste Mensch bedarf von Zeit zu Zeit wieder der Natur, das heißt seiner unlogischen Grundstellung zu allen Dingen“. [Friedrich Nietzsche]

Donnerstag, 29. Juni 2006

Jobmaschine WM

Die Arbeitslosenzahlen sinken. Allein durch die WM wurden – so schätzen Arbeitsmarktexperten – nahezu 50.000 neue Jobs geschaffen. „Insbesondere Würstchengriller, Bierdosenentsorger und Sexarbeiter seien krisensichere Jobs während des Turniers“, konstatierte Wirtschaftsminister Glos heute in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Nun aber gehe es darum, die „Gunst der Stunde konsequent zu nutzen“. Es könne nicht angehen, so Glos, dass konsumbereite Fans ernüchtert mit gefüllten Börsen abreisen, nur weil ihr Team aus dem Tournier ausgeschieden ist und forderte: „Wir müssen dieses unsinnige K.O.-System sofort beenden und wieder in eine neue Gruppenphase eintreten.“ Ein enger Merkel-Vertrauter sprach von sehr fruchtbar verlaufenden Verhandlungen zwischen der Bundeskanzlerin und dem FIFA-Chef Blatter. „Ziel ist in jedem Fall“, so Arbeitsminister Müntefreing, „die Meisterschaft zu verlängern bis zur Eröffnung der Winterolympiade in Garmisch.“

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Aktuelle Beiträge

Sanguiniker und dabei...
Rote Entfernungsmarkierung, blaue: 100 bzw. 200 Meter...
BusterG - 25. Jul, 22:31
na komm schon
den angeberbeitrag nehm ich auch zurück.
VierlagigeRastung - 25. Jul, 18:50
Ich habe immer so meine...
Ich habe immer so meine Probleme wenn von einer Performance...
BusterG - 25. Jul, 18:01
Neid purer Neid
ist das Herr Vierlagiger, auch wenn Du mit den zweihundert...
BusterG - 25. Jul, 17:59
was ein angeberbeitrag
im übrigen wird aus einer hundertprozentigen chance...
VierlagigeRastung - 25. Jul, 12:31
das sieht aber gut aus,...
das sieht aber gut aus, der große schlaf!
VierlagigeRastung - 25. Jul, 01:46
Genau barock!
Ich habe aber auch so was von gebildete Leser hier!...
BusterG - 24. Jul, 16:14
Großartiger Pluralis...
Großartiger Pluralis Majestatis, passt zur barocken...
weltverbesserung - 24. Jul, 14:31
Oh ja!
Wir Bei Chez Buster geben ALLES für die vieltausendköpfige...
BusterG - 24. Jul, 09:56
Das nenne ich mal Ausdauer!
Das nenne ich mal Ausdauer!
huflaikhan - 23. Jul, 13:19

Archiv

Juli 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 2 
 4 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
20
21
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 

RSS Box

Was bisher ...

Credits

powered by Antville powered by Helma

sorua enabled
Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (with comments)
xml version of this topic

twoday.net AGB