lobesam

Mittwoch, 19. November 2008

Life, Liberty and the Pusuit of Happiness

weiner
[Lawrence Weiner, 1991, Sprache und benannte Materialien] Inspiriert von den Identitäten bei Juan Munoz stellt sich Lawrence hier der Frage wie man mit Materialien und kulturellen Identitäten umgeht und assoziiert dazu eine Stierkampfarena oder ein Schauspiel wo es immer ein Zuviel gibt: „Alles ist immer ein bisschen mehr als es sein sollte, weil es theatralisch ist.“ Weiner macht lesbare Kunst, sein Material ist die Spache.

„Manchmal denke ich, Kunstkritiker sollten einfach sagen, man solle etwas anschauen gehen oder man solle es nicht anschauen gehen“ hat der New Yorker Maler Robert Ryman gefordert. Also ich sage: Man soll bitte dringend ins K21 in Düsseldorf gehen.
AS FAR AS THE EYE CAN SEE die umfassende Retrospektive von Lawrence Weiner, des Urvaters der Konzeptkunst wird noch bis Januar in der Kunstsammlung K21 in Düsseldorf gezeigt.

Und wer jetzt aufstöhnt beim Wort Konzeptkunst tut dem Werk mehr als unrecht. Weiner stellt das meiste was wir gemeinhin unter Kunst verstehen, ihre gesellschaftliche Funktion und den täglichen Umgang mit ihr in Frage. Nach Weiner kann Kunst als Möglichkeitsform in mehreren gleichwertigen Aggregatzuständen existieren: Als Idee, als geschriebener Text oder auch als konkrete Handlung. Alles hat gleich viel Wertig- und Gültigkeit. Dass Kunst so im Betrachter (den Weiner ‚Empfänger’ nennt) entsteht war neulich schon das Thema aber Weiner verfolgt einen radikalen Anspruch der Kunst:

„Das Privileg Kunst zu machen, bedeutet, dass man Dinge in einer Welt platzieren kann, um sie zu einem Teil der Welt zu machen. (…) Ich mag es, wenn die Leute [meine] Arbeiten nebenbei auf dem Weg zur Arbeit wahrnehmen. Meine Aufgabe ist es nicht, jemandem auf dem Weg zur Arbeit den Tag zu vermiesen. Ich möchte ihr ganzes Leben in Unordnung bringen“
[L. Weiner im Interview mit S. Jansen und P. Schüller, In: As far as eye can see, 2008]

Der New Yorker Tradition folgend wo er 2000 „IN DIRECT LINE WITH ANOTHER & THE NEXT” auf einen Kanaldeckel schrieb, wirkt Kunst auf Öffentlichkeit, erobert die Kunst den Stadtraum. An der Fassade des K20 findet sich eine annähernd 100 Meter lange Arbeit von 1979 „VIELE FARBIGE DINGE NEBENEINANDER ANGEORDNET BILDEN EINE REIHE VIELER FARBIGER DINGE“. Weiner installierte auf einem Straßenbahnzug, der während der Ausstellung in der Stadt verkehrt „A LINE DRAWN FROM THE FIRST STAR AT DUSK TO THE LAST STAR AT DAWN“ und in der deutscher Fassung EINE LINIE GEZOGEN VOM ERSTEN STERN DER ABENDDÄMMERUNG BIS ZUM LETZTEN STERN DER MORGENDÄMMERUNG (1995). Weitere Spracharbeiten werden hin und wieder in der WAZ abgedruckt etwa: PLATZIERT IN DER HITZE DES TAGES PLATZIERT IN DER HITZE DER NACHT (1991).

Kunst ist für Weiner „die Beziehung von Menschen zu Gegenständen und Gegenständen zu Gegenständen in Beziehung zu Menschen“. Derart auf Materialen und ihre Beziehungen gegründet bezeichnet er seine Spracharbeiten als Skulpturen. Weiners Sprache ist knapp, klar und ohne handelndes Subjekt und bietet damit Raum für Assoziationen und Kontextualisierung.

„Die Frage ist, ob man an parallele oder an simultane Wirklichkeiten glaubt. Parallele Wirklichkeiten repräsentieren stets Dinge, und das ist das Problem für die zeitgenössische Kunst. Wenn sie in parallele Realitäten einbezogen sind, versuchen sie stets, etwas in Beziehung zu etwas anderem zu zeigen, und das stülpt Materialien eine Hierarchie über. Da gibt es ein Original und eine Kopie.Aber was wäre, wenn wir simultane Wirklichkeiten anerkennen würden, dass alles zur gleichen Zeit am gleichen Ort geschieht, was eine andere Art, die Welt zu betrachten wäre: Da gibt es keine Hierarchie. (…) ich kenne nur eine Wirklichkeit, und das ist die Wirklichkeit, die ich sehe. Aber ich bin mir im Klaren darüber, dass andere Leute ihre eigene Sicht auf die Wirklichkeit haben. Wenn ich Kunst mache ist es meine Verantwortung, alles so offen wie möglich zu halten, dass die Wirklichkeiten der anderen hineinfinden können.“
[L. Weiner im Interview mit S. Jansen und P. Schüller, In: As far as eye can see, 2008]

Viele Arbeiten können ohne jedes Vorverständnis gedeutet werden, Weiners Vertrauen in die Kunstaffinität der Besucher ist Legion. „The punblic ist not stupid they know what to do with a mondrian.
It is not for the Cultural Institutions to tell them what to do with a work of Art. No explanatory texts posing as signage” schreibt er in der Vorstudie zur K21-Retrospektive Das Kabinett des Dr. K. 2008. Deswegen ist der Adioguide auch keine Guide. Auf „Melodic Noise for Radio“ sind Songs mit Texten von Weiner zu hören.

“We are ships at sea not ducks on a pond“ schreibt er auf originalen Briefpapier des US Government das als subject “Life, Liberty and the Pusuit of Happiness” ausweist, eine Arbeit von 1989.

Mittwoch, 12. November 2008

Der Lack malt selbst etwas

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[Gerhard Richter: 20. Nov. 1999, Öl auf Farbfotografie]


Übermalte Fotografien
, fast 500 aus überwiegend privaten Sammlungen zusammengetragen, von Richter selbst gehängt. In sechs ganz unterschiedlichen Techniken wird Farbe auf Fotos aufgetragen, ringt da die Fotografie mit der Malerei, zwei völlig unterschiedliche Bildformen, Gegensätzlichkeiten: Das Foto liefert einen trügerischen Realismus da es doch „nur“ illusionistisch ist, während die aufgetragene Farbe sich als materielle und greifbare Realität vermittelt.

Es entsteht eine sehr fruchtbare Ambivalenz von Realismus und Ungegenständlichkeit, Wirklichkeit und Schein werden bei Richter austauschbar, das Darstellungsmittel Foto ist ebenso realistisch wie scheinhaft, Die Farbe ist abstrakt und real zugleich. Vermeintliche Wirklichkeit und Realität, Richter spricht von „zwei Realitäten“, Fotografie und Malerei, ein Dialog der Gattungen, der mal als ein Ringen um Vorherrschaft, dann wieder als ein sich ergänzen und widerspiegeln ausfällt.

In den 1980er Jahren hat Richter begonnen Farbe auf Fotografie aufzutragen. Die Grundlage dabei bilden private Schnappschüsse auf handelsüblichen Fotoabzügen im Format 10 x 15 Zentimeter, ganz offensichtlich ist Richter ein leidenschaftlicher Fotograf und um so erstaunlicher ist es, wie handwerklich schlecht viele Fotografien sind. Sie erscheinen in ihrer Ästhetik banal, was noch dadurch unterstrichen wird, dass auch nach der Veredelung die künstlerischen Arbeiten zumeist nur lapidar mit einem Datum betitelt sind.

Und es zeigt sich wieder einmal: Richter kann unglaublich virtuell und unaufgeregt mit Farbe umgehen und erzeugt eine subtile und gleichzeitig überwältigende Sinnlichkeit, die in dieser Form in der zeitgenössischen Kunst seinesgleichen sucht. Die unglaublich verführerischen Bilder, strahlen gerade aufgrund ihrer geringen Größe und der Farbkomposition etwas außergewöhnlich Kostbares aus, wecken immer wieder surreale Assoziationen vielschichtige Emotionen beim Betrachter, der so in den Dialog einbezogen wird:

„Ich war entzückt von den Farben der Übermalung und des Bildes darunter, und als ich mit der Betrachtung fortfuhr, wurde ich wehmütig, traurig, amüsiert, verwirrt, erstaunt, und manchmal überkam mich ein Gefühl eines schmerzlichen Verlusts. Einige Male habe ich laut gelacht. Ich war die ganze Zeit fasziniert.“ beschreibt Siri Hustvedt in ihrem Essay im Katalog ihre Empfindungen wo Richter nur lakonisch anmerkt: „Der Lack malt selbst etwas, und ich muss nur aufpassen, bis es schön wird.“

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Spontaneität, geplant

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[Gerhard Richter: Blau, 1988]

... noch bis Februar im Museum Ludwig

Mittwoch, 3. September 2008

Diskontinuierlich-paradox-präziser Dialog (ohne Sitzgelegenheit)

„Das interessante (an Partenheimers Werk) ist dass die Formen nicht ungewöhnlich sind – es sind oft einfache Ansammlungen von unregelmäßigen Rechtecken oder Kreisen. Ich bemerkte das – für mich – die größte Bedeutung des Werkes in der Farbe lag, der Abstufung der Wahl der Materialien im Tastgefühl des Künstlers – was ich umfassend mit der Resonanz der Arbeit beschreiben könnte. Die Arbeiten sind oft klein und ruhig dennoch füllen sie irgendwie den Raum um sie herum egal wie groß er ist mit ihrer Anwesenheit aus. Gerade so wie unhörbare, leise Musik.“
[Kevin Volans: Unhörbare Musik. In: The Partenheimer Project, 2008]

partenheimer
[J. Partenheimer: Metaphysischer Realismus, 2004]

Kevin Volans, Meisterschüler von Stockhausen, hat im Auftrag der Ikon Gallery, Birmingham und des Kunstmuseum Bonn eine auf Jürgen Partenheimers Werke bezogene Komposition entwickelt. Diese mehrere Stücke umfassende Komposition ist Teil der Bild-, Objekt- und Klanginstallation mit dem etwas sperrigen Namen Jürgen Partenheimer. Discontinuity, Paradox & Precision. Kevin Volans. The Partenheimer Project.

Die Ausstellungsmacher sprechen von einem „Dialog der Künste, der … auf eine Erweiterung des visuellen bzw. akustischen Resonanzraums zielt“. Mir gänzlich unverständig: Der „Dialog“ findet nur in zweien der vier Ausstellungsräume statt, so droht Volans Partenheimer Project zur gefälligen Klangtapete der Ausstellung zu verkommen. Mein Resonanzraum hätte sich darüber hinaus noch beträchtlich mehr erweitert wenn in den Ausstellungsräumen Sitzgelegenheiten zur Verfügung gestanden hätten (oder ist so eine Forderung schon zu bratwurstig?).

„Die Frage des Bildes in abstarkter Kunst und Musik hat mich schon lange fasziniert – besonders in der Musik, wo dieses Thema bislang wenig diskutiert wurde. Gibt es so etwas wie ein Bild in der Musik und muss zwischen einem gegenständlichen und abstrakten Bild in der Musik unterschieden werden? Ich denke die Antwort auf die erste Frage liegt zum Teil in der Einprägsamkeit. Eine Ansammlung von Noten oder Zeichen wird zu einem Bild wenn sie zusammen etwas formen das aus einem bestimmten Grund sofort erkannt wird und unvergesslich ist. Ein Bild muss mehr sein als nur die Summe seiner Teile. Ein zusätzliches Element das durch und über das Material hinaus entsteht das es produziert – etwas das einem Muster in den Tiefen des Gehirns entspricht. Das interessante an abstrakten Bildern ist dass man sie nicht benennen kann. Partenheimer hat einmal gesagt: Ich glaube wir brauchen die Kunst als spirituelle Heimat. Spricht ein abstraktes Bild von diesem Ort erkennen wir es deshalb wieder, erinnern wir uns daran weil es eine unbenannte Bedeutung hat.“
[Kevin Volans: Unhörbare Musik. In: The Partenheimer Project, 2008]

Dienstag, 2. September 2008

... zerreiß deine Pläne und halte dich an Wunder!

kalenkoMASCHA KALÈKO ABEND
Lesung mit Musik mit der wunderbaren Judith C. Jakob und dem ganz und gar wunderbaren Joachim Jezewski am Klavier.
Gastspiel im THEATER DER KELLER, Köln, Dienstag, 23. September 2008 - 20 Uhr

[(c) Foto: DLA Marbach]



Ausgesetzt
In einer Barke von Nacht
Trieb ich
Und trieb an ein Ufer.
An Wolken lehnte ich gegen den Regen.
An Sandhügel gegen den wütenden Wind.
Auf nichts war Verlaß.
Nur auf Wunder.
Ich aß die grünenden Früchte der Sehnsucht,
Trank von dem Wasser das dürsten macht.
Ein Fremdling, stumm vor unerschlossenen Zonen,
Fror ich mich durch die finsteren Jahre.
Zur Heimat erkor ich mir die Liebe.

[Mascha Kalèko: Die frühen Jahre. In: Das lyrische Stenogrammheft. Kleines Lesebuch für Große. Rowohlt, 1956]

Mascha Kaléko wurde verglichen mit Ringelnatz, Morgenstern oder etwa Tucholski, aber das ist bestenfalls gut gemeint. Ihre ‚Gebrauchslyrik’ handelt von Dingen, die alle erleben, sie hat auch so eine Verspieltheit, sie schreibt satirisch und verfügt über jeder Menge Sprachwitz, aber es kommt etwas hinzu was man vielleicht ‚Sehnen' nennen kann, auch wenns altdeutsch klingt, ihre Gedichte haben eine Zerbrechlichkeit, die einen atemlos zurücklässt.

Download von Gedichten im Literaturcafé.

Gedichte

Montag, 1. September 2008

Kleiner Parcours Interdit

„Wir sprechen von Natur und vergessen uns dabei: wir selber sind Natur, quand même - Folglich ist Natur etwas ganz anderes als das, was wir beim Nennen ihres Namens empfinden“ hilft mir F. W. Nietzsche in 'Menschliches, Allzumenschliches' ins Thema und rund 1878 Jahre vor ihm schrieb der römische Epiker Ovid: „Da der Mensch von Natur aus Vernunft besitzt, ist die Kunst kein Gegensatz von Natur, sondern Vollendung der Natur.“

Im Park des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten findet sich der Parcours Interdit 2008, der sich auf die Choreographie und Inszenierung von ‚Natur’ im Park konzentriert in dem schon immer ‚Natur’ eine innerstädtische (bestenfalls weltstädtische) Repräsentation abgab und nie ‚Natur’ per se sein sollte und durfte.

Jan Scharrelmann hat mich sofort angesprochen, weil er Kunst in der Naturkulisse regel(ge)recht inszeniert. Er tut dies mit klarer künstlerischer Formensprache als Absage an jegliches romantisches Naturverständnis. In einen verklärten Teich setzt er eine vollkommen artifizielle Plastik mit toxischer Anmutung von Leuchtfarben (Time will tell, 2008). Zwei seiner anderen Arbeit reflektieren metallisch-kühl und interagieren so überaus abweisend mit ihrer Umwelt, dem Park.

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[Jan Scharrelmann: Life over Death, 2008]

Max Schulze geht einen ganz anderen Weg der sich mehr dem Dialog verschrieben scheint und vergräbt (in Anlehnung an das Konzept der ‚Drop Scultures’) seine ‚Drop Paintings’ in Efeu, den Rasen und setzt sie in die Düssel. Der Künstler in der klassischen Position des Landschaftsmalers irgendwo zwischen kopierender und reflektierender Arbeit: Leinwände auf Keilrahmen als Komplementär der ‚Natur’, dort zurückgelassen und (den Kräften der Natur) preisgegeben.

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[Max Schulze: Ohne Titel, 2008]

Irgendwo zwischen Moderne und stalinistischer Architektur könnte der schneeweiße Lustpavillon von Pfeile verortet werden. Ein Steg Richtung Fontäne und Teich integriert den Park aber unterwirft ihn zugleich und instrumentalisiert ihn als Modell und Miniaturlandschaft.

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[Martin Pfeifle: Mini Bar, 2008]

Minimalsitisch dagegen Christof Zwiener in seiner Arbeit mit dem barocken (und natürlich längsten) Titel „Schöne Menschen auf der Straße, die Sonne scheint, jemand spielt Saxofon und die türkischen Männer auf der Bank spucken Kürbiskerne aufs Pflaster. Ich setze mich ins Cafe an der Ecke und beobachte das Straßenbild, 2008“: Er hat 'lediglich' eine Handvoll Kürbiskernschalen vor einer Bank verstreut. Und auch Markus Ambach hat in seiner Arbeit „Künstlerbad, 2008“ (das ist das große Foto vom Eingangslink) reichlich Platz für Interpretationen gelassen: Vom morastigen Grund eines Seitenarms des Teichs steigen unregelmäßig Luftblasen an die Oberfläche.

Ganz im Gegensatz zu dem was der olle Kant so als ‚Natur’ durchgehen ließ: „Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.“ [I. Kant, KdrV]. Wenn der allerdings die über 48.000 Folgen solchen Regelwerks (vom Gottesbeweis über der Notwendigkeit der Verwendung von Schüsslersalz, Klimawandel bis hin zur Zierde unzähliger Poesiealben) hätte übersehen können, hätte er wohl trotzig geschwiegen … aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema.

Sonntag, 24. August 2008

Du, Klee, Ich, Klee

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[Zentrum Paul Klee, Bern.
Installation: G. Steiner, J. Lenzlinger: Die Verquickung, 2008]

„Uns trägt kein Volk“ [Paul Klee, 1940]


Du, Klee, fühltest dich nicht vom Volk getragen,
Ich, Klee, kann dir von Nürtingen aus sagen:
Klee, du bist hier total angekommen
Und wurdest in den Wandschmuck des Hotels Vetter aufgenommen.

Ich, Klee, war im Hotel Vetter in Nürtingen,
und ich sah, dass es deine Bilder dort voll bringen.
Du, Klee, deine Werke garnieren
Die Gänge, die vom Restaurant zum Klo führen.

Ja, Klo. Ich würde mich deswegen nicht groß grämen.
Den Weg zum Klo muss jeder mal nehmen.
So dass ein jeder, der sich dorthin bewegt,
auch ein wenig den Schöpfer des Wandschmucks trägt.

Du, Klee, bist 1940 gestorben
Und glaubtest dein Volk und deine Kunst auf immer verdorben.
Ich, Klee, war 1995 in Nürtingen
Und kann dir ein ganz anderes Liedlein singen:

Dort ist der Hotelgast froh,
geleitet ihn ein Klee zum Klo.

[R. Gernhard: Good News aus Nürtingen. Raum und Zeit, 2005]

Montag, 4. August 2008

Der letzte Ernst



„Der letzte Ernst aller Dinge ist heiter.“
[René Schickele: Die Genfer Reise, 1919]

Donnerstag, 3. Juli 2008

Käfig

„Ein Käfig ging einen Vogel suchen.“
[Franz Kafka: Paralipomena, 16]

Montag, 16. Juni 2008

Bloomsday ... zehn Jahre in der Irre

„Mr. Bloom bückte sich und wandte ein Blatt Papier um auf dem Strand. Er brachte es nah an seine Augen und suchte es zu erkennen. Ein Brief? Nein. Kanns nicht lesen, Lieber gehen. Lieber. Bins müde, mich zu bewegen, Seite aus einem alten Schreibheft. All diese Löcher und Kiesel. Wer könnte sie zählen? Man weiß nie was man findet. Flasche mit der Geschichte eines Schatzes drin, von einem Wrack geworfen. Paketpost. Kinder wolln immerzuSachen ins Meer schmeißen. Vertrauen? Laß dein Brot übers Wasser fahren. Was ist das? Stückchen Stock. Ah! Hat mich das Frauenzimmer fertiggemacht. Doch nicht mehr so jung. Ob sie morgen wieder herkommt? Warten auf sie irgendwo, für immer. Muß ja wiederkommen. Mörder tun das auch. Soll ich?“
[J. Joyce: Ulysses]



„Im Leben ist der Mensch zehn Jahre im Kriege und zehn Jahre in der Irre, gleich dem Ulysses.“
[Ludwig Feuerbach: Schriftsteller und Mensch]

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Seit langen das beste...
Seit langen das beste Gedicht was ich gelesen habe....
Laura Kinderspiel - 12. Nov, 11:30
wow..
..echt "hot" diese Sonnenblumen.. seit langem die beste...
jump - 6. Sep, 11:53
Danke
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huflaikhan - 28. Aug, 08:25
Ich mag sowas ja sehr...
Ich mag sowas ja sehr gerne lesen, vor allem richtig...
huflaikhan - 26. Dez, 16:15
Hatschi
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jump - 17. Dez, 19:18
So weit!
Ja genau, also doch schon gar sooo weit ;-).
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Das ist in der Nordeifel: Heimbach in Nebel und Sonnenschein.
BusterG - 17. Dez, 00:24
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BusterG - 17. Dez, 00:23
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BusterG - 17. Dez, 00:21
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BusterG - 17. Dez, 00:21

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