moribund

Freitag, 23. Mai 2008

grünweiß - weißgrün



“Mais quel drôle de pays que le notre; c'est un pays triste, disait-il.”
[Charles Ferdinand Ramuz: Si le soleil ne revenait pas]

Freitag, 18. Januar 2008

Worüber man nicht sprechen kann

Es gibt Menschen, die beschäftigen sich mit einer Person oder einem Thema und dieses ist dank- wie fruchtbar genug, dass daraus einem Füllhorn gleich neue (wenn auch nicht zwangsläufig sinnstiftende) Ideen und weitere Folgeprojekte entspringen. Nur so ist mir erklärlich, dass zu Büchern auch Kinofilme, Kochbücher, Metabücher, Bekleidungsserien, Hörbücher, Talkshows, Parfümlabels und der ganze Livestyleschund kommt.

Bei mir und dem Herrn WITTGENSTEIN droht alles ins genaue Gegenteil zu verkehren und jegliche Kreativität wird zwischenzeitlich im Ansatz erstickt: War ich anfangs noch bereit auf Nachfrage launische Anekdoten über Leben und Gepflogenheiten des Herrn WITTGENSTEIN von mir zu geben (ein überaus dankbares Thema, selten findet sich einer der weniger schrullig und ein ärgerer Menschenfeind wäre), so versuchte ich in der darauf folgenden Phase Gesprächen rund um das Thema WITTGENSTEIN weitläufig aus dem Weg zu gehen, was mir noch leidlich gelang. Zwischenzeitlich jedoch befinde ich mich geradewegs auf dem Weg in eine handfeste WITTGENSTEINphobie die dämonisch düster droht mein ohnehin karges Leben endgültig zu ruinieren.

Vor Medien schrecke ich zurück, weil ich sekündlich mit einem doppelten Rittberger der Frau WITT rechnen muss oder Joachim WITT zu trällern beginnen könnte und auch Biologen wie Soziologen gehe ich aus dem Weg bevor sie mich in ein Streitgespräch über die Ethik der GENbiologie oder GENderforschung verwickeln. Pianokonzerte meide ich zwischenzeitlich ebenso grundsätzlich wie Völkerkundemuseen: Es könnte ja ein STEINwayflügel auf der Bühne stehen oder Exponate aus der STEINzeit ausgestellt werden. An Reisen ist nicht mehr zu denken: Landauf- wie landab rauben mir WITTstadt, Bad WildunGEN und STEINheim jegliche Lebensfreude.

SuperGEN-Möhren, NextGEN-Software, ÜbergewichtsGENe, StehkraGEN, der STEIN des Anstoßes ist allgegenwärtig und vermindert mein AuffassungsvermöGEN. Keiner soll sagen, er habe es nicht gewusst! Und sie alle, vieltausendköpfige Leserschaft, werden doch täglich ZeuGEN meines fortschreitenden Verfalls, kaum dass ich WITTerung von einer dieser unsäglichen BuchstaGENfolgen aufGENommen habe. Manche möGEN das vielleicht WITTzig finden, ich aber schwöre GENe STEIN und WITT, dass es so nicht mehr weiterGEN kann!

Herr Ober ich hätte GENe ein neues WITT in meinem GEN schwimmt ein STEIN.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAus nun!

Aber vielleicht kreiere noch ein Tractatussoufflée der letzten Dinge an Logicusschaum mit geeisten Sprachgrenzen und einen metaphysischen Klingelton zu dem Kerl seiner trotteligen Grammatik mit Roberto Blanco?

WITT WITT WITT GEN STEIN
GEN hossa GEN hossa
WITT GEN STEIN
WITT WITT WITT GEN STEIN
GEN hossa GEN hossa
WITTe WITTe WITT
bumm bumm!

Dienstag, 27. November 2007

My Brazil



[Ireland’s Eye - Howth, Dublin. Buster 2007]

In der Irischen Mythologie war ‘My Brazil’ eine mystische Insel im Atlantik, die weder Meer noch Land sondern irgendwie beides war. Nur alle sieben Jahre soll sie sichtbar gewesen sein, nach einer anderen frühen Legende nur an bestimmten Tagen zu Sonnenaufgang. Sie war bekannt als die Insel des Lebens, der Wahrheit, der Freude, der Frauen und der Äpfel – ist doch schon mal was.

Wer nicht so früh aufstehen oder so lange warten will, gehe in die >The Hugh Lane<, Parnell Square North und sehe sich ‚My Brazil’ das Patrick Collins 1963 gesehen und gezeichnet hat an.



[Howth Harbour, Dublin. Buster 2007]

Seehunde sind im Übrigen das Wahrzeichen des Fischerhafens Howth in Dublins äußerstem Norden und ebenso zahlreich und wohlgenährt wie die Fischhänder, die Fischabfall zum Tunfischpreis an die Touristen und einheimische Familien verkaufen das diese wiederum an die wohlgenährten Seals verfüttern.

Montag, 29. Oktober 2007

A propos Stühle



[Rheinbestuhlung II, Buster 2007]

Mittwoch, 25. Juli 2007

Alter Schwede



[Moribund nahe Göteborg, 2007]

Montag, 28. Mai 2007

Am Rhein



[Buster: Warum ist es am Rhein nicht so schön, 2007]

Sonntag, 20. Mai 2007

Ekstase



[Buster: Emden Ekstase, 2007]

Die Apokalypse ist schriftgewordene Ekstase.
[Honoré de Balzac: Louis Lambert]

Dienstag, 6. Februar 2007

Optimismus



[Buster: Noch ein Boot, 2007]

"Was ist das - Optimismus?", fragte Cacambo.
"Ach", erwiderte Candide, "das ist der Wahnsinn, zu behaupten, daß alles gut sei, auch wenn es einem schlecht geht."
[Voltaire, Candide ou l'optimisme, 1759]

Die übliche Gewaltverherrlichung und Harpcore-Dornographie entfält heute aus gegebenem Anlass. Ich bitte um allseitiges Verständnis.

Mittwoch, 22. November 2006

(Endlich) Etwas Vernünftiges heute ...

Frau Pollymere, das ist niemand geringeres als meine einzige Leserin, hat mich gestern eindringlich gebeten, mich doch endlich mal für etwas Vernünftiges zu interessieren und möglichst darüber auch noch zu schreiben. Einerseits will ich natürlich mir selbst treu bleiben, mich nicht verbiegen lassen, nur weil jetzt Internetz 2.0 da ist und so. Andererseits ist der Wunsch der einzigen Leserin natürlich schon ein Pfund, dem ich auch nicht mal eben widersprechen kann.

Ich könnte von einer prominenten PR-Schickse was lernen und vom mehr als lebhaften Interesse der halben italienischen Schuhhersteller an meinem Stiefeldesign von gestern berichten - Reiterstilmode, da muss ich noch immer in schallendes Gelächter ausbrechen, wenn ich solche Konsumentinnen ins Flugzeug einsteigen sehe. Ich könnte auch ein Bild aus Berlin-Mitte links neben der Galerie Lafayette zeigen, das mich zum Stiefeldesign inspiriert hat.



[Buster: Fette Schnäppchen,
Friedrichsstraße links neben der Galerie Lafayette, 2006]

Ich könnte hier schreiben, dass ich gestern gelernt habe, dass SevenofNine von Sie wissen schon in München geboren ist und die Borg mithin bayrisch sind - nichts wirklich Neues, ich habe das immer und jederzeit vermutet, der Stoiber war nur der letzte (Borg-)Baustein. Oder dass Boris Becker – laut irgendwelchen Meinungsum-fragen neben Franz Beckenbauer und Max Schmeling der bekannteste deutsche Sportler – heute Geburtstag hat oder die Frage beantworten, warum der behandelnde Arzt gestern so einen abgeschnittenen Schädel zu haben scheint. Könnte ich.



[Buster: Als der behandelnde Arzt mit seinem von ihm sehr wertgeschätzten Kollegen einen fachlichen Disput hatte, Bleistiftzeichnung auf Reklameflugschrift mit Textmarker, 2006]

Ich könnte heute hier schreiben, dass Charles de Gaulles seinen 116. Geburtstag hätte, wenn er noch leben würde, Präsident J. F. Kennedy ermordet wurde, das Kap der Guten Hoffnung 1497 umsegelt wurde, das „Traumschiff" 1981 auf Sendung ging, die Sechste Armee bei Stalingrad 1942 eingekesselt wurde, nach elfjähriger Amtszeit die britische Premierministerin Margaret Thatcher als Regierungschefin und Vorsitzende der Konservativen Partei zurücktrat. Könnte ich jedenfalls.

Ich könnte hier auch darüber nachdenken, was der Satz „Vor den Kindern schlägt sie mich aber nie“ bei Kaurismäki gerade eben bedeutet und überhaupt: Wohl dem, der jetzt kalt-aktiv ist wie so ein daherbeworbenes Waschmittel das auch bei zwanzig Grad seine volle Wirkkraft entfalten kann oder mich fragen, ob der derzeit amtierende Buster im Kleinlogo oben nicht schon stilistisch gefährlich nahe an einen immer schwarzgekleideten Schulmassakermörder erinnert. Aber ich mach das besser nicht, Frau Polly … heute - Entschulidigung bitte - mal besser nicht.

Gegendarstellung: (Zwölf Stunden später) Ich habe ja so eine handvoll Prinzipien. Zum Beispiel, dass ich nach Mitternacht keine Texte mehr produziere die nicht noch einmal anderntags so eine Art Qualitätssicherung durchlaufen. Sehr zu Recht wie Mensch hier wieder mal sehen kann. Ich wollte jedenfalls nicht auf das Geschlecht von der sehr geschätzten Frau Polly abheben. Ganz und gar nicht. Auch wenn hier zwischen und auch in den Zeilen der Eindruck entstehen könnte, ich wollte etwas der Leserin schreiben, was ich einem Leser nicht und so weiter. Ich denke sie haben die mühsamen Gedankengänge von mir jetzt etwas verstanden und nichts für Ungut, Frau Polly, ich gelobe Besserung. So und heute gibt’s Grünkohl, die „Palme des Nordens“.

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Fluch des Neischnbüldünk

Also Herrschaftszeiten ist das wieder grob unappetitlich, wie Medienvertreter und Politikerpöbel über die wackeren Vaterlandsverteidiger unserer Freiheit am Hindukusch herziehen. Tag und Nacht – schlaflos allezeit bereit – jagen sie Top-Terror-Talliban-Terroristen und in den knapp bemessenen übrigen Stunden stellen mutige Pioniere Zigarettenautomaten auf, besuchen Bordelle und mauern Fußballplätze mit einem Wort: machen unentwegt Nation-building [neischnbüldünk]. Ach ja: Und foltern noch ein wenig ziellos umherirrende Landleute wenn deren Bart zu lang ist und machen überhaupt nur Edles und Gutes. Und wenn sich unsere Jungs dann so am Vorabend von Haloween mal beim Totenkopf-Völkerball ein bisserl entspannen wollen, dann fallen gleich alle über sie her und wetteifern um noch geschmacklosere Vokabeln zur Vorverurteilung.

‚Haben Sie überhaupt gedient?’, möchte man aus dem doppelt-gefederten Fernsehsessel unentwegt den Nörglern entgegenbrüllen, aber nur die Nachbarn hören mich. Herrschaftszeiten, das ist halt der Krieg, also das Enduring Freedom zu dem wir aufgebrochen sind allesamt wir. So ist das in der blutigen Realität. Was waren wir froh früher damals, wenn wir saubere Schädel zum Spielen hatten! Von geistiger Überforderung unserer Befreier darf – ausgerechnet – ein wohlgenährter Militärgeistlicher im zu engen Jackett öffentlich-rechtlich schwadronieren. Auch andere minder Prominente fordern eingehende Untersuchungen, warum sich unsere Steuergelder-qualifizierten Totschläger mit Leichenfledderei beschäftigen statt wie amerikanische und englische Kollegen durch ordentliche Folterszenen zu punkten wie nur wirklich Ungläubige sie inszenieren können um endlich ihr Kuschel-Image abzustreifen. Neischnbüldünk schön und gut – das könnten wir hier eigentlich auch recht gut gebrauchen. Aber kruzitürken in diesem Afghanistan, an der Freiheitsfront, da sind einfach die alten Landser-Qualitäten gefragt: Ordentlich, zackig, sauber und deutsch! Nicht dass wir am Ende auch am Hindukusch wieder den Kürzeren ziehen und schon wieder pfeilgerade unterwegs sind zum dritten Platz?

Nicht auszudenken wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass die Fotos nur die Proben unserer Neischnbülda zur Uraufführung von Hamlet waren: „To be or nato be – this isch hier de qweschtschn“. Zurück ins Reich! Zurück das ganze Pack und in die zahllosen Rommelkasernen bei täglich Erbseneintopf eingesperrt, Stubenarrest für alle und den depperten Sönke-Wortmann-Film als Endlosschleife angucken müssen bis sie jammern, die Neischnbülda, die!

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Laura Kinderspiel - 12. Nov, 11:30
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BusterG - 17. Dez, 00:21

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