kalmieren

Sonntag, 18. Mai 2008

Absurditäten (1)

„Wer ein Philosoph werden will, darf sich nicht vor Absurditäten fürchten."
[Bertrand Russel: Probleme der Philosophie, 1912, S. 20]

Nosports

[1] Beule durch Baumnock
[2] Zerrung durch Großschot
[3] Schürfung durch Fußblock und Curryklemme
[4] Platzwunde durch Reffklampe
[5] Schürfung durch Schnappschäkel der Dirk
[6] Quetschung durch Hebelstrecker
[7] Schürfung durch Baumniederholer

„Fürchte den Bug eines Schiffes und den Arsch eines Maultieres.“
[Griechisches Sprichwort]

Samstag, 27. Oktober 2007

Im Geiz

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"Ein Tag wie ihn der Herr im Geiz erschaffen hat."
[A. Muschg: Im Sommer des Hasen]

Mittwoch, 1. August 2007

Gedanken von der wahren Schätzung

IMG_6326n "Dem, welcher ein Bein gebrochen hat, kann man dadurch sein Unglück doch erträglicher machen, wenn man ihm zeigt, dass es leicht hätte das Genick treffen können."
[I. Kant: Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte, 1749]

Der Schwabe an sich hat ja bekanntlich gar keine Beine: Seine Füße reichen von der Zehenspitze bis zum Hüftknochen. Wenn daher aufgrund des Verdachts auf Fraktur im Mittelfuß ein Gips zur Ruhigstellung angelegt wird, wundert sich der Schwabe schon a bisserl, dass der Gips knapp unterm Knie aufhört wo doch in etwa die Mitte des Fußes zu lokalisieren sein sollte. Stark unterbezahlte Angehörige des Ärztestandes versuchen sich derweil noch an mir in pädagogischen Grundübungen zur Anatomie.

Montag, 11. Juni 2007

Käseigel-Kleinod

Was habe ich mit meinen schönsten Worten gekämpft um diesen Käseigel und gewonnen hat das piefig-gemütliche „Kleinod“.

Donnerstag, 31. Mai 2007

Head-Tilt

“Schütteln der Ohren, mit den Pfoten kratzen, reiben, krankhafte Appetitlosigkeit, Depressionen und Schmerzen. Ausfluss wird im äußeren Gehörgang bei einem reißen des Trommelfells beobachtet. (…) Bewegungsstörungen (kreisen, rollen, stolpern), nach einer Seite lehnen, Head-Tilt und fortlaufendem waagrechtem oder rotierendem Nystagmus (unfreiwillige rhythmische Augenbewegungen), begleitet.“
[Quelle: www.meine-fellmonster.de]

Ihr 16.000 Beamte die ihr nur auf mich gewartet habt,
Der De-Eskalierer und Basisberuhiger
Hat Cryptococcus, Otitis interna und kommt nicht.
Krankmeldung anbei, wir danken für Ihr Verständnis.

Gegen Dämonen soll man sich ja wehren indem man Ihnen unlösbare Aufgaben stellt, sagt mein Lexikon des Aberglaubens: „Zum Beispiel Strick aus Sand drehen, Furz fangen, gekräuseltes Haar glattklopfen“. Oder dem Dämon befehlen das Haus zu meiden, „bis Du alle Bichel grattelst / und alle Wasser wattelst, / bis Du alle Zaunstecken melkst / und alle Läublein an Bäumen zählst.“
[W. Gerlach: Das neue Lexikon des Aberglauben, 1998, S. 16]

Montag, 15. Januar 2007

Vom Fordern und Fördern

Menschen, die ihre Arbeit verlieren, haben es nicht immer leicht – insbesondere, wenn sie nicht mehr zwanzig Jahre alt sind, kann jemand schnell schwer vermittelbar werden. Birgit Fischer etwa, musste ihren geliebten Arbeitsplatz als NRW-Gesundheitsministerin nach verlorener Wahl jemand anderem überlassen und konnte sich mit dem kargen Abgeordnetensalär mehr recht als schlecht durchschlagen – immer Harz IV als Drohung im Nacken. Auch Axel Horstmann, das ist der ehemalige NRW-Energieminister, musste einen solchen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Nun ist es zweifelsohne die fordernde Aufgabe unserer Gesellschaft Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch ältere Mitbürger gerade nach solchen harten Prüfungen wieder ins Berufsleben integriert werden können. Und siehe da: Alles wurde gut!

Axel Horstmann, das ist der ehemalige NRW-Energieminister, arbeitet seit September letzten Jahres als Generalbevollmächtigter bei EnBW. Birgit Fischer, das ist die ehemalige NRW-Gesundheitsministerin, ist seit Anfang Januar stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse. Ein schönes Beispiel wie sich auch ältere Mitbürger, wenn sie sich ihrer profunden Erfahrungen erinnern, selbst in fortgeschrittenem Alter noch Beschäftigung und Bestätigung finden können zum Nutzen und Frommen aller Beteiligten: Der EnBW wird nachgesagt, sie hätte hohes Interesse am NRW-Markt, die Barmer freut sich auf exklusive Informationen zur Gesundheitspolitik aus dem SPD-Vorstand. Natürlich sehen beide keinen Grund, das politische Mandat niederzulegen, aus moralischen Gründen versteht sich. Birgit Fischer gestern im wdr:

„Es gibt die Verantwortung, die man übernommen hat mit der Wahl, mit dem Antritt eines Mandates. ich bin direkt gewählte Abgeordnete. Und hab im Grunde, wenn man so will, eine moralische Verpflichtung auch meinem Wahlkreis gegenüber. Und die Verpflichtung werde ich auch weiter ausfüllen.“

Statt nun solche vorbildliche Biographien als erstrebenswertes Beispiel gegen die grassierende Altersarmut zu propagieren, sieht der WDR völlig unverständlich mögliche Interessenskonflikte und fragt sich neidzerfressen, wie manche Mitmenschen mehrere Vollzeitjobs – und natürlich auch mehrere Gehälter – bewältigen. Sogar der Bund der Steuerzahler darf an honorigen ehemaligen Ministern kleinkariert herumkritteln. Pfui was eine Neidgesellschaft schon wieder …

Mittwoch, 3. Januar 2007

Die Zukunft war früher auch besser

Germanische Priesterinnen schnitten vor einer Schlacht Gefangenen die Kehle durch und sagten aus dem Blut, das in den Opferkessel rann, die Siegeschancen voraus. Der alte Wortzerklauberer Valentin monierte es bereist anfangs des letzten Jahrhunderts: „Die Zukunft war früher auch besser.“ [Karl Valentin: Kurzer Rede langer Sinn]. Und mit ihr offensichtlich auch die der Vorhersagen. „We are ready for any unforeseen event that may or may not occur” sagte George W. Bush in seiner Neujahrsansprache und das ist mehr als nur geringfügig weniger gewiss als die Aussage „In the long run, we are all dead“, die John Maynard Keynes zugeschrieben wird.

Hat nicht schon der junge Immanuel gewarnt „Wer im Wahrsagen pfuschert, von dem sagt man: Er wahrsagert, von der Pythia bis zur Zigeunerin.“ [Kant, Allgemeine Naturgeschichte, 1755]? Mein Horoskop jedenfalls orakelt „Im Januar ist der Weg das Ziel“ [TV14 2006, 26] und rät zu maßvollem Joggen. Auch der Spiegel glaubt derzeit nichts Besseres zum Titeln zu haben als „Die Macht des Schicksals“. Früher wären die Wahrsagenden aus der Mitte der Intelligenz gekommen versucht der Spiegel sein Tun zu rechtfertigen. Allen eher devoten Naturen rate ich dagegen zum Horoskop des Nostradamus 2007, derzeit überall erhältlich im Zeitschriftenhandel. Dort werden die Vorhersagen kurz und knapp gehalten: „23. September: Guter Tag zum Bügeln und für Wäsche“. Interessant höchsten die Reihenfolge aber na also, aber na bitte so ist das halt mit der Bestimmung und dem Schicksaal.

Dabei ist Wahrsagen ein echter Beruf mit Zukunft: Rund 50.000 Menschen leben in Deutschland davon oder ums mit Lichtenberg zusagen: „Vom Wahrsagen lässt sich's wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.“ [Georg C. Lichtenberg: Sudelbücher, 1825]. Na dann ist das mit dem Spiegel und dem Bush ja auch geklärt.

Montag, 25. Dezember 2006

Schaust rückwärts - Heimat



Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist Du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

[Friedrich Nietzsche: Vereinsamt]



[Buster: Neckar I & II, Heimat wird mit jedem Kilometer Entfernung schöner, 2006]

Dienstag, 5. Dezember 2006

Als dem Max einmal Ernst wurde ...

Natürlich wäre heute ein guter Tag gewesen, um einmal Alexander Rodtschenko, Fritz Lang oder Alfred Manessier zu würdigen (in genau dieser Reihenfolge bitteschön). Die Tatsache, dass vor zwölf Jahren erstmals eine Harald Schmidt Show ausgestrahlt wurde, hätte mir willkommenen Anlass bieten können, einmal ausgiebig und natürlich sehr genüsslich das Thema „Fallhöhe“ im Drama dem Leser am plastischen Beispiel nahe zu bringen. Vielleicht sogar spöttisch noch so etwas wie „retardierende Momente“ zu skizzieren. Auch Günther Grass hätte - wieder einmal böswillig versteht sich - Erwähnung finden können, weil er heute vor zwei Jahren einen Autorenzirkel begründete und mich - obwohl ich sogar an diesem Tag in der Stadt war (!) – nicht eingeladen hat!! Ich hätte noch ein Wortspiel angebracht, dass mir wohl die SS-Erfahrung fehle (das war jetzt nicht das Wortspiel, das ist ein Konjunktiv, verehrte Leserschaft!) und dann very sophisticated auf ein Zeit-Interview so angespielt, dass mindestens der grösste Teil der Leserschaft hätte denken mögen: Potztausend, dieser wortgewandte Buster wieder! Bildungsferneren hätte ich empfehlen können, dass aus Anlass des Endes der Prohibition in den USA ein ausgiebiger Kneipenbesuch mehr als gerechtfertigt sein würde.

Wäre, hätte, könnte, würde … habe ich aber nicht.

Ich aber habe heute – ohne jedweden historischen Bezug – habe ich heute also in Brühl in dem nicht nur der Dicke, sondern auch der selten ernste Max geboren wurde und dem dort ein Museum gewidmet ist, ebenjenes besucht das im Übrigen von der Stadt verkauft werden wird, weil (sehr gut bezahlte) Berater herausgefunden haben wollen, dass Kulturlosigkeit sich auszahlt. Solch gut-dotierte Kurzsichtigkeit ist wohl nur den Gewissenlosesten Kretins gegeben. Zu sehen sind dort - weltweit einmalig – über 70 seiner Skulpturen, die D-Paintings, weitgehend das gesamte graphische Werk und natürlich auch Malerei.

Bevor Sie nun aber – hochverehrte mehrtausendköpfige Leserschaft – sofort Kind und Kegel in den allzeit bereitstehenden Familienvan scheuchen um zur nachtschlafender Zeit zum Museum aufzubrechen (jaja: Die Tage (er-)kläre ich das mal mit dem „Kind und Kegel“, so kurz vor dem Fest der Liebe muss das sein). Also jedenfalls bevor Sie nun aufbrechen, lesen Sie bitte dringend noch folgende Ratschläge:

Für einen gelungenen Museumsbesuch benötigen Sie:
1) Eine Leiter: Sofern Sie nicht über rund drei Meter Körpergröße aufweisen, werden Sie sonst Schwierigkeiten haben die höher aufgehängten Exponate zu betrachten.
2) Eine Grubenlampe, Stirnlampe und eine Hochleistungshalogenleuchte: Vermutlich um Stromkosten zu sparen, wurde auf Beleuchtung der Exponate weitgehend verzichtet.
3) Ein Nachtsichtfernglas als Reserve, falls „das Personal“ Sie darauf hinweist, dass im Museum keine Hochleistungshalogenleuchten verwendet werden dürfen.
4) Eine Sonnen- oder Gletscherbrille: Vereinzelte Leuchten sind im Gegenzug so angebracht, dass Erblindung droht.
5) Geeigneter Hörschutz falls Sie nicht interessiert, wie hoch die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in jedem Raum oder das Kochrezept für das eifeler Sauerkrautsüppchen ist.
6) Einen Klapphocker.
7) Einen guten Orientierungssinn.
8) Eine ordentliche Portion Gelassenheit (So kann es gut sein, dass in einem Raum „Jahre in Amerika“ kein einziges Exponat aus dieser Zeit aus diesem Land ausgestellt wird - Entscheiden Sie bitte selbst, ob das jetzt Rheinland oder Surreales ist).
9) Und vor allem: Ein ordentliches französisches (und besser: auch noch englisches) Wörterbuch, sollten Sie nicht - wie ich - mit einer bezaubernden und sprachgewaltigen Französin dieses Museum besuchen. Die Übersetzungen sind, um es einmal vorsichtig zu formulieren, vermutlich vom gleichen Kretin vorgenommen worden, der empfiehlt, dass sich Kulturlosigkeit auszahlt.

Also jezz mal unter uns: Gehn Se da hin, lohnt sich wirklich und ab demnächst auch noch mit Augenhöhe und dem frühen Klee und so … aber ein bisserl Verbesserungspotential ham se da schon noch, echt jezz.

Donnerstag, 30. November 2006

Die tägliche Norwegisierung

vernagelt7

[Buster: Der behandelnde Arzt gibt Ratschläge,
Acquarell auf Kopierpapier, 2006]

Was soll ich sagen, ausgerechnet der behandelnde Arzt sagte zu mir ich solle nicht so vernagelt sein, Schatten überspringen und dergleichen. Wo ich doch genau solche Bezeichnungen verwendet habe um ihn zu beschrieben. In Gesprächen mit dem Arzt, der besser Wirt geworden wäre, etwa. Der übrigens nicht mehr als „der Arzt der besser Wirt geworden wäre“ bezeichnet werden will, da sei sogar „das Personal“ freundlicher, wärmer, herzlicher und dergleichen. Nun gut – wenn es so einfach ist herzlich zu sein, liebes PERSONAL. Und wie ich noch darüber sinniere, wie man seinen Schatten überspringen kann, erreicht mich gestern die Nachricht:

„Guten Tag, *Buster*, Wir haben Norwegen an Sie verschickt.“

Das sollte die Prüfung, der zu überwindende Schatten sein, war ich mir sicher. Ich schaffte unbeirrt Platz im Wohnzimmer und dachte darüber nach Norwegen zu hamburgisieren, finnlandisieren, norwegisieren, mich zum König „Buster der Grundgütige“ von dat janze auszurufen und Freunden und Nachbarn je einen Fjord zu Weihnachten zu schenken – (Umwelt-) freundlich verpackt versteht sich.

Und heute, was soll ich sagen, war aber dann doch nur eine DVD in meinem Briefkasten und ich konnte meine Enttäuschung kaum verbergen …

Da ist es auch nur ein schwacher Trost, dass der „Edelpunk“ mit dem Kernerlächeln unbeirrt glaubt trendy zu sein und der Schmidt heute versucht seine unterirdisch schlechte Performance von „Harald und Waldi“ nochmals zu toppen. Anleitung und Beispiel wie Mensch sich zum Deppen machen kann gibt’s fürwahr genug.

Bleibt nur noch die Frage wer heuer nach Anwar el Sadat, der Redaktion 7. Sinn, der Stadt München, Jürgen Fliege und Gute Zeiten – Schlechte Zeiten das zarte Rehlein einsackt und natürlich wie - herrgottssakra - man über seinen Schatten springen kann.

Plörre ist das.

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huflaikhan - 23. Jul, 13:19

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