kalmieren

Freitag, 24. Oktober 2008

Der Tagessatz

"Das Ärgste weiß die Welt von mir, und ich kann sagen,
ich bin besser als mein Ruf."
[J. C. F. von Schiller, Maria Stuart]

Dreidimensionale Nacktaufnahmen verletzten das Persönlichkeitsrecht so lange sie nicht in der Qualität sind wie wir es seit zwanzig Jahren von den Illustriertentiteln gewohnt sind (tsts die tumbe FAZ heute nu wieder) und Gewinnstreben, wenn es nur kurzfristig genug ist, ist gradekurzmal verwerflich und während nun überall darüber gestritten wird, ob das öffentlich-rechtliche ein rechtschaffener Prekariatssender ist und wer sich wann schon mal unter Niveau amüsiert hat, bin ich ja wieder mal sowas von fein raus, wurde ich doch nie müde den ollen Schiller zu zitieren und habe auch noch den Brecht im Meter in Augenhöhe im Regal stehen und bin ja überhaupt von Amüsemang sowas von fern wie auch von allen Fernbedienungen.

Sonntag, 19. Oktober 2008

unruhig wandern, wenn die Blätter treiben

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Donnerstag, 18. September 2008

(In fear of) eternal damnation

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In Ballybunion gibt es einen Strand für Frauen, für Männer und sogar einen für Nonnen. Die Klippen sind fast schwarz mit gelben Flecken vom Eisenpyrit. Auf der Bank an den Klippen treffe ich Kevin Keane, er ist über 80 und sitzt jeden Tag dort und schaut, wie er sagt den Wellen zu. Früher hat er sie gezählt, heute macht ihn das eher müde. Als er jung war hat er die Nonnen beobachtet, wie sie in langen grauen Talaren badeten. Den Felsen im Meer, der gleich hoch ist wie die umliegenden, nennt er „Mount Virgin“, weil er für die Männer unerreichbar war. Als ich ihn frage, warum man das so genau genommen habe mit der Geschlechtertrennung, erschreckt ihn das richtig. Der Gemeindepfarrer Father Behan habe mit einer Droschkerpeitsche in Hand jedes Geschlecht an seinen Strand geschickt und natürlich begehrte keiner auf: „We were in fear of eternal damnation“.

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„Heute freilich“, beginnt er aufzustöhnen und das ist auch schon mein Signal zum Aufbruch und zum Abschied zitiert Kevin noch Tennyson (und weil ich mirs diesesmal aufgeschrieben habe, weiß ichs sogar noch):

“So dark a forethought rolles
About his brain
As on a dull day in
An ocean cave
The blind wave feeling round
His long sea- hell.”

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Als ich diese Schilderhalterin, ein Tätigkeitsfeld das in Deutschland ausgestorben ist, in der Dubliner Lower Founess Street frage, ob sie denn auch über ihre eigene Zukunft im Bilder sei, lacht sie nur und flüstert mir geheimnisvoll zu, dass sie an ‘sowas’ nicht glauben könne, aber es solle doch jeder nach seiner Facon leben. Das dürfe ihr Auftraggeber freilich nicht erfahren. Meine Zukunft ist dagegen eher rosig und der kleine Lord, der nun auch in der Hauptstadt weilt, wird allen Grund haben sich zu fürchten, wenn ich meinem Horoskop in der Irish Independant vertraue:

“The Aries Moon brings you determination, charisma, leadership powers and a ego the size of the spire (das ist das Wahrzeichen von Dublin in der O’Connell Street: eine 120 Meter hohe Skulptur) Whether your troops will be led into battle for the sake of your glory is debatable but they’ll certainly follow you.”

Sonntag, 18. Mai 2008

Absurditäten (1)

„Wer ein Philosoph werden will, darf sich nicht vor Absurditäten fürchten."
[Bertrand Russel: Probleme der Philosophie, 1912, S. 20]



[1] Beule durch Baumnock
[2] Zerrung durch Großschot
[3] Schürfung durch Fußblock und Curryklemme
[4] Platzwunde durch Reffklampe
[5] Schürfung durch Schnappschäkel der Dirk
[6] Quetschung durch Hebelstrecker
[7] Schürfung durch Baumniederholer

„Fürchte den Bug eines Schiffes und den Arsch eines Maultieres.“
[Griechisches Sprichwort]

Samstag, 27. Oktober 2007

Im Geiz



"Ein Tag wie ihn der Herr im Geiz erschaffen hat."
[A. Muschg: Im Sommer des Hasen]

Mittwoch, 1. August 2007

Gedanken von der wahren Schätzung

"Dem, welcher ein Bein gebrochen hat, kann man dadurch sein Unglück doch erträglicher machen, wenn man ihm zeigt, dass es leicht hätte das Genick treffen können."
[I. Kant: Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte, 1749]

Der Schwabe an sich hat ja bekanntlich gar keine Beine: Seine Füße reichen von der Zehenspitze bis zum Hüftknochen. Wenn daher aufgrund des Verdachts auf Fraktur im Mittelfuß ein Gips zur Ruhigstellung angelegt wird, wundert sich der Schwabe schon a bisserl, dass der Gips knapp unterm Knie aufhört wo doch in etwa die Mitte des Fußes zu lokalisieren sein sollte. Stark unterbezahlte Angehörige des Ärztestandes versuchen sich derweil noch an mir in pädagogischen Grundübungen zur Anatomie.

Montag, 11. Juni 2007

Käseigel-Kleinod

Was habe ich mit meinen schönsten Worten gekämpft um diesen Käseigel und gewonnen hat das piefig-gemütliche „Kleinod“.

Donnerstag, 31. Mai 2007

Head-Tilt

“Schütteln der Ohren, mit den Pfoten kratzen, reiben, krankhafte Appetitlosigkeit, Depressionen und Schmerzen. Ausfluss wird im äußeren Gehörgang bei einem reißen des Trommelfells beobachtet. (…) Bewegungsstörungen (kreisen, rollen, stolpern), nach einer Seite lehnen, Head-Tilt und fortlaufendem waagrechtem oder rotierendem Nystagmus (unfreiwillige rhythmische Augenbewegungen), begleitet.“
[Quelle: www.meine-fellmonster.de]

Ihr 16.000 Beamte die ihr nur auf mich gewartet habt,
Der De-Eskalierer und Basisberuhiger
Hat Cryptococcus, Otitis interna und kommt nicht.
Krankmeldung anbei, wir danken für Ihr Verständnis.

Gegen Dämonen soll man sich ja wehren indem man Ihnen unlösbare Aufgaben stellt, sagt mein Lexikon des Aberglaubens: „Zum Beispiel Strick aus Sand drehen, Furz fangen, gekräuseltes Haar glattklopfen“. Oder dem Dämon befehlen das Haus zu meiden, „bis Du alle Bichel grattelst / und alle Wasser wattelst, / bis Du alle Zaunstecken melkst / und alle Läublein an Bäumen zählst.“
[W. Gerlach: Das neue Lexikon des Aberglauben, 1998, S. 16]

Montag, 15. Januar 2007

Vom Fordern und Fördern

Menschen, die ihre Arbeit verlieren, haben es nicht immer leicht – insbesondere, wenn sie nicht mehr zwanzig Jahre alt sind, kann jemand schnell schwer vermittelbar werden. Birgit Fischer etwa, musste ihren geliebten Arbeitsplatz als NRW-Gesundheitsministerin nach verlorener Wahl jemand anderem überlassen und konnte sich mit dem kargen Abgeordnetensalär mehr recht als schlecht durchschlagen – immer Harz IV als Drohung im Nacken. Auch Axel Horstmann, das ist der ehemalige NRW-Energieminister, musste einen solchen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Nun ist es zweifelsohne die fordernde Aufgabe unserer Gesellschaft Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch ältere Mitbürger gerade nach solchen harten Prüfungen wieder ins Berufsleben integriert werden können. Und siehe da: Alles wurde gut!

Axel Horstmann, das ist der ehemalige NRW-Energieminister, arbeitet seit September letzten Jahres als Generalbevollmächtigter bei EnBW. Birgit Fischer, das ist die ehemalige NRW-Gesundheitsministerin, ist seit Anfang Januar stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse. Ein schönes Beispiel wie sich auch ältere Mitbürger, wenn sie sich ihrer profunden Erfahrungen erinnern, selbst in fortgeschrittenem Alter noch Beschäftigung und Bestätigung finden können zum Nutzen und Frommen aller Beteiligten: Der EnBW wird nachgesagt, sie hätte hohes Interesse am NRW-Markt, die Barmer freut sich auf exklusive Informationen zur Gesundheitspolitik aus dem SPD-Vorstand. Natürlich sehen beide keinen Grund, das politische Mandat niederzulegen, aus moralischen Gründen versteht sich. Birgit Fischer gestern im wdr:

„Es gibt die Verantwortung, die man übernommen hat mit der Wahl, mit dem Antritt eines Mandates. ich bin direkt gewählte Abgeordnete. Und hab im Grunde, wenn man so will, eine moralische Verpflichtung auch meinem Wahlkreis gegenüber. Und die Verpflichtung werde ich auch weiter ausfüllen.“

Statt nun solche vorbildliche Biographien als erstrebenswertes Beispiel gegen die grassierende Altersarmut zu propagieren, sieht der WDR völlig unverständlich mögliche Interessenskonflikte und fragt sich neidzerfressen, wie manche Mitmenschen mehrere Vollzeitjobs – und natürlich auch mehrere Gehälter – bewältigen. Sogar der Bund der Steuerzahler darf an honorigen ehemaligen Ministern kleinkariert herumkritteln. Pfui was eine Neidgesellschaft schon wieder …

Mittwoch, 3. Januar 2007

Die Zukunft war früher auch besser

Germanische Priesterinnen schnitten vor einer Schlacht Gefangenen die Kehle durch und sagten aus dem Blut, das in den Opferkessel rann, die Siegeschancen voraus. Der alte Wortzerklauberer Valentin monierte es bereist anfangs des letzten Jahrhunderts: „Die Zukunft war früher auch besser.“ [Karl Valentin: Kurzer Rede langer Sinn]. Und mit ihr offensichtlich auch die der Vorhersagen. „We are ready for any unforeseen event that may or may not occur” sagte George W. Bush in seiner Neujahrsansprache und das ist mehr als nur geringfügig weniger gewiss als die Aussage „In the long run, we are all dead“, die John Maynard Keynes zugeschrieben wird.

Hat nicht schon der junge Immanuel gewarnt „Wer im Wahrsagen pfuschert, von dem sagt man: Er wahrsagert, von der Pythia bis zur Zigeunerin.“ [Kant, Allgemeine Naturgeschichte, 1755]? Mein Horoskop jedenfalls orakelt „Im Januar ist der Weg das Ziel“ [TV14 2006, 26] und rät zu maßvollem Joggen. Auch der Spiegel glaubt derzeit nichts Besseres zum Titeln zu haben als „Die Macht des Schicksals“. Früher wären die Wahrsagenden aus der Mitte der Intelligenz gekommen versucht der Spiegel sein Tun zu rechtfertigen. Allen eher devoten Naturen rate ich dagegen zum Horoskop des Nostradamus 2007, derzeit überall erhältlich im Zeitschriftenhandel. Dort werden die Vorhersagen kurz und knapp gehalten: „23. September: Guter Tag zum Bügeln und für Wäsche“. Interessant höchsten die Reihenfolge aber na also, aber na bitte so ist das halt mit der Bestimmung und dem Schicksaal.

Dabei ist Wahrsagen ein echter Beruf mit Zukunft: Rund 50.000 Menschen leben in Deutschland davon oder ums mit Lichtenberg zusagen: „Vom Wahrsagen lässt sich's wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.“ [Georg C. Lichtenberg: Sudelbücher, 1825]. Na dann ist das mit dem Spiegel und dem Bush ja auch geklärt.

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Seit langen das beste...
Seit langen das beste Gedicht was ich gelesen habe....
Laura Kinderspiel - 12. Nov, 11:30
wow..
..echt "hot" diese Sonnenblumen.. seit langem die beste...
jump - 6. Sep, 11:53
Danke
Danke
huflaikhan - 28. Aug, 08:25
Ich mag sowas ja sehr...
Ich mag sowas ja sehr gerne lesen, vor allem richtig...
huflaikhan - 26. Dez, 16:15
Hatschi
... ok, bin wieder auf dem Boden der Tatsachen.. ;-)
jump - 17. Dez, 19:18
So weit!
Ja genau, also doch schon gar sooo weit ;-).
BusterG - 17. Dez, 00:26
Das ist in der Nordeifel:...
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BusterG - 17. Dez, 00:24
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BusterG - 17. Dez, 00:23
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BusterG - 17. Dez, 00:21
Natürlich ist das...
... AUCH an Dich gewandt. Ich würde doch sonst...
BusterG - 17. Dez, 00:21

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